Das war kurios: Vize-Weltmeister Amanal Petros läuft beim Frankfurt-Marathon lange auf Siegkurs. Ein Essenslieferant bringt ihn aber aus dem Tritt. Petros erklärt seine Sicht.
Frankfurt/Main (dpa) –
Nach einer kuriosen Behinderung durch einen Essenslieferanten beim Marathon in Frankfurt hat sich der deutsche Vize-Weltmeister Amanal Petros zu Wort gemeldet. Der 31-Jährige lag beim Wettkampf lange in Führung. Eine Berührung mit einer Person auf einem Elektrofahrrad brachte ihn dann aus dem Tritt – am Ende wurde es Rang zwei hinter Jirata Dinki aus Äthiopien.
«Plötzlich stand jemand mit einem Fahrrad direkt vor mir»
Er wolle etwas zu der Szene sagen, «weil viele Menschen die Situation falsch verstehen», schrieb Petros in den Kommentaren unter einem Video, das die Szene zeigt. Dabei berührt Petros eine Person auf dem Fahrrad eines Essen-Lieferdienstes. «Bei Kilometer 37/38 kämpft man im Marathon um jede Sekunde und jede Platzierung. Gerade in den Kurven versucht man, möglichst wenig Zeit zu verlieren. Plötzlich stand jemand mit einem Fahrrad direkt vor mir und blockierte meinen Weg.»
Er habe abrupt mit dem linken Fuß abbremsen müssen, «was zu einer kurzen Blockade in meiner Wade führte und mich komplett aus meinem Rhythmus brachte», führte der in Eritrea geborene Sportler aus. «Meine Reaktion kam aus dem Moment heraus. Ich wollte niemanden verletzen oder persönlich angreifen. Trotzdem war das Schubsen vielleicht nicht die beste Reaktion, und das kann ich auch zugeben.»
Petros‘ Bitte: Nicht direkt urteilen
Petros, der im Vorjahr bei den Weltmeisterschaften in Tokio nach Foto-Finish die Goldmedaille im Marathon nur hauchdünn verpasst hatte, wies auf die Herausforderungen im Marathon hin. Wer Marathon laufe, wisse, wie viel Konzentration, Anspannung und körperliche Belastung gerade auf den letzten Kilometern zusammenkämen, betonte er. Es gehe um Sekunden. Man müsse nicht jede Reaktion gutheißen, aber man solle versuchen zu verstehen, bevor man urteile.
Im Ziel jubelte Petros nach 2:05:46 Stunden und letztlich 41 Sekunden Rückstand am Ende auch über den zweiten Platz. Bei den Frauen gewann Zeineba Yimer (Äthiopien) vor der Berlinerin Blanka Dörfel.
