Handball (Team)

14 Silber-Handballerinnen für EM-Mission – Smits in Reserve

Bundestrainer Markus Gaugisch möchte mit den deutschen Handballerinnen auch bei der EM eine Medaille bejubeln. (Archivbild)
Bundestrainer Markus Gaugisch möchte mit den deutschen Handballerinnen auch bei der EM eine Medaille bejubeln. (Archivbild) – Federico Gambarini/dpa

Von Eric Dobias, dpa

Bundestrainer Markus Gaugisch nominiert 16 Spielerinnen für die Europameisterschaft, von denen fast alle schon im Vorjahr beim silbernen WM-Coup dabei waren. Für Jung-Mama Smits bleibt die Tür offen.

Dortmund (dpa) –

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Markus Gaugisch setzt bei der Jagd nach der ersten EM-Medaille für Deutschlands Handballerinnen seit 32 Jahren auf bewährte Kräfte. Der Bundestrainer berief gleich 14 Vize-Weltmeisterinnen des Vorjahres in seinen 16-köpfigen Kader für die Endrunde vom 3. bis 20. Dezember, bei der die DHB-Auswahl das erste EM-Edelmetall seit Bronze 1994 anstrebt. 

«Die Flamme brennt permanent. Je näher es zum Turnier geht, umso mehr. Wir haben alle Bock», verkündete Gaugisch bei der Präsentation des Aufgebots in Dortmund. Um bestmöglich für die EM-Mission gerüstet zu sein, vertraut der 52-Jährige auf ein eingespieltes Team. 

«Kontinuität tut uns gut. Wir haben einen Stamm, der seit Jahren zusammenspielt und zusammengewachsen ist und ergänzen ihn gezielt mit jungen und hungrigen Spielerinnen. Es ist wichtig, dass wir in großen Teilen auf dem WM-Kader aufbauen können», sagte Gaugisch.

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Zwei EM-Debütantinnen 

Turnier-Neulinge sind Rechtsaußen Farrelle Njinkeu vom deutschen Meister HSG Blomberg-Lippe und Kreisläuferin Ida Petzold (TuS Metzingen). Angeführt wird das Aufgebot von der 38 Jahre alten Kapitänin Antje Döll. Mit Torfrau Katharina Filter, den Rückraumspielerinnen Emily Vogel, Viola Leuchter, Nina Engel und Annika Lott sowie Kreisläuferin Marie Steffen sind sechs Spielerinnen dabei, die ihr Geld im Ausland verdienen.

Die DHB-Auswahl trifft in der EM-Vorrunde in Bratislava auf Schweden, Serbien und Gastgeber Slowakei. Bei einem Weiterkommen geht es für das deutsche Team in der Hauptrunde im polnischen Kattowitz weiter. «Wir wollen zu den Top-6-Nationen gehören», formulierte DHB-Sportvorstand Ingo Meckes das Ziel.

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Die unmittelbare EM-Vorbereitung beginnt am 23. November in Ludwigsburg. Die letzten beiden Härtetests stehen am 26. November in Stuttgart und 28. November in Neu-Ulm an. Gegner ist jeweils der WM-Dritte Frankreich. «Die Automatismen sind da, jetzt geht es mit dem Vorbereitungsstart um das Finetuning, um bei Turnierbeginn sofort bereit zu sein», sagte Gaugisch. 

Kommt Smits zurück?

Nicht dabei ist Rückraum-Ass Xenia Smits, die Ende August zum ersten Mal Mutter geworden ist. «Das ist eine tolle Sache für sie und ihre Familie, sie braucht aber Zeit danach. Sie ist wahnsinnig fleißig auf ihrem Weg zurück zu altem Leistungsniveau. Wir wissen, welche Bereicherung sie für jede Mannschaft der Welt sein kann. Die Tür für sie ist natürlich offen», sagte Gaugisch.

Ob die 32 Jahre alte Smits am Ende hindurchgeht, wird sich möglicherweise «erst ganz spät entscheiden», erklärte der Bundestrainer. «Wir schauen, wie sich das Ganze gestaltet. Da sind wir noch lange nicht so, dass wir sagen, es funktioniert auf jeden Fall. Es gibt keinen Stress und keinen Druck.»

Smits gehört seit Jahren zu den weltbesten Abwehrspielerinnen und bildete beim silbernen WM-Coup im Vorjahr den Innenblock mit Aimeé von Perreira, die ihre Karriere im Sommer aus gesundheitlichen Gründen frühzeitig beendete. «Am Ende muss es vor allem für Xenia, aber natürlich auch für uns passen. Wir bleiben im regelmäßigen Kontakt mit ihr», sagte Meckes. 

Zuversicht im DHB-Team

Unabhängig von dieser Personalie sieht der Sportvorstand der EM zuversichtlich entgegen. «Die Mannschaft glaubt, dass sie jedes Spiel gewinnen kann. Das ist ganz wichtig», sagte Meckes. Ähnlich positiv gestimmt ist Teammanagerin Anja Althaus: «Es braucht Zeit, um eine Gewinnermentalität zu entwickeln. Das haben wir geschafft. Wir haben eine coole Atmosphäre in der Mannschaft. Alle sind bereit.» 

Döll sieht das DHB-Team zwar «noch nicht in der Position zu sagen, wir sind die Gejagten oder wir sind der Top-Favorit. Aber was sich dank der erfolgreichen WM entwickelt hat, ist ein Selbstverständnis für gewisse Situationen», sagte die Kapitänin. «Dieses Gefühl, dass wir gegen jeden Gegner eine realistische Chance haben, merkt man der Mannschaft absolut an.»