104 Spiele, ein Weltmeister – die WM 2026 in Zahlen und Erinnerungen
38 Tage, drei Länder, 48 Nationen. Die WM 2026 ist vorbei und sie war die größte, lauteste und torreichste Weltmeisterschaft der Geschichte. Spanien ist Weltmeister, Messi weint, Mbappé gewinnt den Goldenen Schuh, und Ferran Torres trifft im MetLife Stadium in New York das Tor, das den zweiten spanischen Stern bedeutet. Bevor der Vorhang fällt, ein Blick auf alles was dieses Turnier besonders gemacht hat.
Die Zahlen des Turniers
Über 6,8 Millionen Zuschauer verfolgten die WM 2026 live vor Ort – mehr als doppelt so viele wie bei jeder vorherigen Weltmeisterschaft. Bislang waren es nie mehr als 3,6 Millionen Menschen. Allein die 72 Gruppenspiele wurden von insgesamt 4.644.549 Zuschauern besucht. Schon nach 56 Partien wurde der bisherige Zuschauerrekord der WM 1994 gebrochen – 3.605.357 Fans in den ersten 56 Spielen.
Beim Tore gab es ebenfalls Geschichte: Bereits in der Gruppenphase fielen 215 Tore – im Schnitt drei pro Spiel. Zum Vergleich: Bei der gesamten WM 2022 in Katar waren es 172 Tore in 64 Spielen. Am Ende stehen 104 Spiele und ein Torschnitt, den die FIFA als Rekord bestätigte.
Die Männer des Turniers
Mbappé gewann den Goldenen Schuh – mit zehn Treffern in diesem Turnier und nun 22 WM-Toren in 22 Spielen insgesamt führt er damit auch die ewige WM-Torschützenliste vor Messi an. Messi landete mit acht Turniertreffern und vier Vorlagen dahinter und gewann dennoch den Goldenen Ball als bester Spieler des Turniers. Jude Bellingham war der erste Mittelfeldspieler seit Brasiliens Jairzinho 1970 in Mexiko, der sieben Treffer bei einer WM-Endrunde erzielte.
Spaniens Rodri wurde als bester Spieler des Finales ausgezeichnet, Torres als Matchwinner gefeiert. Nico Williams und Lamine Yamal lagen nach dem Abpfiff nebeneinander rücklings auf dem Rasen – zwei Kumpels, die mit 24 und 19 Jahren Weltmeister wurden.
Die persönlichen Rekorde
Messi erzielte beim 3:0 gegen Algerien den ersten WM-Hattrick seiner Karriere und stellte damit einen Altersrekord auf – mit 38 Jahren und 357 Tagen der älteste WM-Hattrick-Schütze der Geschichte. Messi traf zudem in sieben aufeinanderfolgenden WM-Spielen – eine neue Bestmarke, die den Rekord von Just Fontaine (1958) und Jairzinho (1970) übertrifft. Am Ende seines letzten WM-Spiels saß er auf dem Rasen, sah ins Nichts und weinte.
Dick Advocaat saß mit 78 Jahren für Curaçao auf der Bank und wurde damit zum ältesten Trainer der WM-Geschichte – der bisherige Rekord hatte Otto Rehhagel mit 71 Jahren gehört. Curaçao selbst schrieb Geschichte: Mit rund 155.000 Einwohnern ist der Inselstaat das kleinste Land, das jemals an einer WM teilgenommen hat.
Die Momente des Turniers
Es gab viele. Marokkos erneuter Einzug ins Viertelfinale – erstmals stand ein afrikanisches Team bei zwei aufeinanderfolgenden WM-Endrunden in der Runde der letzten Acht. Norwegen schlug Brasilien 2:1 – Haaland traf in der 90. Minute, Solbakken, der 1998 selbst gegen Brasilien auf dem Platz stand, jubelte als Trainer. Paraguay warf Deutschland im Elfmeterschießen raus. Kap Verde, der kleinste WM-Teilnehmer seiner Geschichte mit 530.000 Einwohnern, erreichte das Sechzehntelfinale. Kanada stand erstmals in einem WM-Achtelfinale und gewann es.
Und dann war da noch der Chip im Ball: Kroatiens vermeintlicher Ausgleich gegen Portugal in der 13. Nachspielminute wurde durch den im WM-Ball eingebauten Sensor annulliert – Gvardiol jubelte, der Ball entschied. Modrić weinte. Das Bild des Turniers.
Der Weltmeister
Spanien blieb im gesamten Turnier kein einziges Mal in Rückstand – kein anderer Weltmeister der Geschichte kann das von sich behaupten. Acht Spiele, ein Gegentor, ein Titel. Nach dem EM-Sieg 2024 gewann de la Fuentes Mannschaft das Double – Yamal gewann als erster Spieler überhaupt sowohl EM als auch WM als Teenager. Torres sagte danach: „Das war ein Tor von 47 Millionen Menschen – nicht von mir.“ Rodri drehte Trump den Rücken zu und stemmte den Pokal in den Abendhimmel über New York. Spanien ist Weltmeister. Die größte WM der Geschichte hat einen würdigen Sieger.
