Fußball

WM 2026: Spanien blamiert sich – 0:0 gegen Debütant Kap Verde

Pico Lopes (M) im Kopfballduell.
Pico Lopes (M) im Kopfballduell. – Colin Hubbard/FR172196 AP/AP/dpa

27 Schüsse, null Tore: Spaniens Albtraum-Auftakt

Das hatte sich Spanien anders vorgestellt. Im Mercedes-Benz Stadium in Atlanta wollte der Europameister seinen WM-Auftakt gegen Turnierneuling Kap Verde standesgemäß gewinnen, am Ende stand jedoch ein torloses 0:0 und die Furia Roja musste sich nach der ersten großen WM-Überraschung beugen. 

Klare Übermacht, aber zahnlos vorne

Schon vor dem Spiel hatte der spanische Nationaltrainer Luis de la Fuente für eine Überraschung gesorgt: Statt auf Routinier Dani Olmo setzte er auf Gavi als Stammspieler auf der linken Seite. Auch Star-Flügelspieler Lamine Yamal und Nico Williams blieben zunächst auf der Bank, da der Barça-Star nach seiner Oberschenkelverletzung laut Trainerstab zwar einsatzfähig war, aber höchstens für wenige Minuten. Spanien lief im gewohnten 4-3-3 auf, mit Simón im Tor sowie Cucurella, Laporte, Cubarsí und Llorente in der Abwehr. 

Auf dem Platz war die Rollenverteilung von Beginn an klar: Spanien agierte und schnürte den Gegner tief in dessen Hälfte ein, während Kap Verde tief stand und im 4-5-1 verteidigte. Die Statistik am Ende unterstreicht die Dominanz eindrucksvoll: 74 Prozent Ballbesitz, 27 Torschüsse gegenüber nur sechs für Kap Verde, dazu ein Eckenverhältnis von 11:1. Trotzdem blieb der erlösende Treffer für Spanien aus. 

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Kapverdische Mauer hält bis zum Schluss

Routinier Vozinha stand im Tor für Kap Verde. Mit seinen 40 Jahren ist er der älteste Spieler der bisherigen Turnier-Startelfs und verteidigte mit bemerkenswerter Disziplin. Die Auswechslungen kamen bei den kapverdischen Außenseitern erst spät: In der 61. Minute brachte Trainer Bubista mit Willy Semedo, Nuno da Costa und Deroy Duarte gleich drei frische Kräfte, um die Linien stabil zu halten. Auf spanischer Seite reagierte de la Fuente früher offensiv: Bereits in der 71. Minute kamen Lamine Yamal für Gavi und Merino für Fabián, später ergänzten Dani Olmo für Ferran Torres die Offensive zusätzlich. 

Doch auch mit Yamal auf dem Platz blieben die Tore weg; erst nach seiner Einwechslung in der 70. Minute zog Spanien das Tempo nochmal an, doch außer einer großen Gelegenheit für Oyarzabal in der 88. Minute sprang offensiv zu wenig Nutzbares heraus. Auch eine VAR-Episode sorgte für Gesprächsstoff: Eine zunächst zugesprochene Ecke für Spanien wurde nach VAR-Überprüfung zurückgenommen und stattdessen Abstoß für Kap Verde gegeben. 

Statistik-Highlights

Historisch bitter für Spanien: Von 16 WM-Auftaktspielen in der Geschichte gewannen die Spanier nur fünf, und seit dem Titelgewinn 2010 kam das Team nie über das Achtelfinale hinaus. Für Kap Verde dagegen ist schon die Teilnahme an sich historisch, das Land bestreitet sein allererstes WM-Spiel und hatte sich in der afrikanischen Qualifikation überraschend gegen Kamerun durchgesetzt- egal ob gewinn oder nicht, die Teilnahme zählt für den Inselstaat. 

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Fazit: Was bedeutet das für beide Teams?

Für Spanien überwiegt der Frust, der haushohe Favorit hatte vor dem Turnier mit deutlich höheren Ambitionen gestartet. Die spanische Presse reagierte entsprechend kritisch und sprach von einer Blamage trotz spielerischer Überlegenheit. 

Für Kap Verde dagegen ist der Punktgewinn eine Sensation, die weit über das eigentliche Spiel hinausstrahlt. Schon im Vorfeld hatten die Inselafrikaner mit einem 3:0-Erfolg gegen Serbien im Vormonat ein Ausrufezeichen gesetzt – das 0:0 gegen einen Titelfavoriten bei der WM-Premiere setzt dem die Krone auf. Der Druck in Gruppe H bleibt für Spanien nun hoch: In den kommenden Partien gegen Uruguay und Saudi-Arabien zählt für die Furia Roja nur noch der Sieg, während Kap Verde mit breiter Brust und nichts zu verlieren in die nächsten Spiele geht

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