Fußball

WM 2026: Österreich zittert sich an Jordanien vorbei

Stefan Posch (5) hat sich gegen Jordanien wehgetan.
Stefan Posch (5) hat sich gegen Jordanien wehgetan. – Eakin Howard/AP/dpa

Außenseiter zeigt von Anfang an Mut

Es war das Spiel, auf das ganz Österreich seit 28 Jahren gewartet hatte und am Ende stand ein Sieg, der sich anfühlte wie ein Drama mit Happy End. Im Levi’s Stadium in Santa Clara trafen Österreich und Jordanien im ersten Spiel der Gruppe J aufeinander und während die ÖFB-Elf von Teamchef Ralf Rangnick als klarer Favorit ins Turnier gestartet war, zeigte der WM-Debütant aus Jordanien von der ersten Minute an, dass er sich seiner Außenseiterrolle nicht beugen wollte. Erst ein Eigentor und ein Last-Minute-Elfmeter von Marko Arnautović retteten Österreich am Ende einen 3:1-Erfolg, der lange alles andere als sicher wirkte.

Jordanien überrascht von Beginn an

Teamchef Ralf Rangnick schickte sein Team im 4-2-3-1 auf den Rasen: Schlager im Tor, davor die Viererkette mit Posch, Alaba, Lienhart und Mwene, im zentralen Mittelfeld die Doppelsechs Xaver Schlager und Seiwald, dahinter das Trio Schmid, Laimer und Sabitzer hinter einziger Spitze Kalajdžić. Jordanien verteidigte mit einer Fünferkette vor Torhüter Abulaila und setzte vorne auf Ali Olwan als einzige Spitze, unterstützt vom kreativen Mousa Altamari im Mittelfeld.

Von Beginn an zeigte sich, dass Österreich es mit keinem schwachen Gegner zu tun hatte. Den ersten Abschluss der Partie hatte sogar Jordanien, als Ehsan Haddad den Ball aus kurzer Distanz ans Außennetz setzte. Österreich bestimmte zwar weitgehend das Spiel, tat sich aber lange schwer, daraus Kapital zu schlagen und wirkliche Initiative zu ergreifen.

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Schmid erlöst- Jordanien antwortet historisch

Die Erlösung kam in der 21. Minute: Romano Schmid traf mit einem sehenswerten Treffer zum 1:0 – das erste österreichische WM-Tor seit dem Auftritt von 1998. Vor der Pause mussten Torhüter Schlager und Lienhart noch einmal stark gegen eine jordanische Doppelchance durch Olwan und Tamari retten, doch mit der knappen Führung ging es in die Kabine.

Nach dem Seitenwechsel kippte das Bild komplett. Jordanien blieb die aktivere Mannschaft und wurde dafür in der 50. Minute mit einem sehenswerten Treffer von Ali Olwan belohnt, bei dem er den Ball mithilfe des Innenpfostens ins lange Eck schlenzte – das historische erste WM-Tor in der Geschichte des Landes. Österreich wirkte zunächst weiter ratlos, daraufhin wurde ein bejubelter Treffer von Arnautović wurde nach VAR-Kontrolle wegen Handspiels von Posch im Vorfeld zurückgenommen.

Dreifachwechsel bringt die Wende

Erst ein Dreifachwechsel in der 59. Minute brachte die Trendwende. Fortan war Österreich überlegen und erarbeitete sich klare Chancen durch Posch und Chukwuemeka. Die Vorentscheidung fiel dennoch erst spät: Ein Eigentor von Yazan Al-Arab brachte die ÖFB-Führung zurück bevor Marko Arnautović in der zwölften Minute der Nachspielzeit (90.+12) per Handelfmeter den 3:1-Endstand besiegelte.

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Aufstellungen im Überblick

Österreich (4-2-3-1):

Schlager – Posch, Alaba, Lienhart, Mwene – X. Schlager (Chukwuemeka), Seiwald – Schmid, Laimer, Sabitzer – Kalajdžić (Arnautović, ab Halbzeit)

Jordanien (5-4-1):

 Abulaila – Haddad, Nasib, Y. Alarab, Abualnadi, Abutaha – Al-Rashdan, Alrawabdeh, Fakhoury – Altamari – Olwan (Al-Azaizeh)

Statistik-Highlights

Der Auftaktsieg beendete eine historische Wartezeit: 10.221 Tage lagen zwischen Österreichs letztem WM-Auftritt am 23. Juni 1998 gegen Italien und dem Comeback gegen Jordanien. Gleichzeitig schrieb auch der Gegner Geschichte – das Tor von Ali Olwan war das allererste WM-Tor der jordanischen Fußballgeschichte.

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Fazit: Was bedeutet das für beide Teams?

Für Österreich überwiegt trotz der drei Punkte die Erkenntnis, dass in der Gruppe J mit Argentinien und Algerien noch deutlich härtere Prüfungen warten. Die Wackelperformance gegen einen Außenseiter zeigt, dass Rangnicks Mannschaft defensiv wie offensiv konstanter werden muss, um im Turnier weiterzukommen.

Für Jordanien ist das Fazit trotz der Niederlage hochpositiv. Der WM-Debütant zeigte beim ersten Auftritt auf großer Bühne Mut, Struktur und mit dem Tor von Olwan einen historischen Moment, der weit über das Ergebnis hinausstrahlt.