Fußball

WM 2026: Niederlande verschenkt Sieg gegen Japan – wildes 2:2

Gruppe F: Zwei Favoriten, ein Punkt

Das Auftaktspiel der Gruppe F im AT&T Stadium in Arlington bei Dallas hatte alles, was man sich von einem WM-Eröffnungsspiel erhofft – nur keinen Sieger. Die Niederlande, angeführt von Kapitän Virgil van Dijk, traf auf Japan, und nach einer zähen ersten Halbzeit explodierte die Partie nach der Pause. Am Ende stand ein 2:2-Unentschieden, mit Toren von Van Dijk und Summerville für die Niederlande sowie Nakamura und Kamada für Japan.

Aufbau und erste Halbzeit

Schon vor dem Anpfiff war klar, dass die Stimmung in Dallas besonders sein würde. Der reise- und gesangserprobte Oranje-Partyzug war durch Dallas gezogen und hatte für ausgelassene Feststimmung gesorgt, sogar Ex-Nationalspieler wie Wesley Sneijder mischten sich beim Fanwalk mit ein. Diese Euphorie übertrug sich zunächst auch in das Stadion und auf den Platz: Die Niederlande begann im klassischen 4-3-3 druckvoll und hatte früh die ersten Chancen. Bereits in der dritten Minute hatte Donyell Malen die beste Gelegenheit der ersten Halbzeit, scheiterte aber an einer schnellen Reaktion von Japans Torhüter Zion Suzuki. 

Insgesamt blieb die erste Halbzeit aber zäh und relativ unspektakulär. Der anfängliche Offensivschwung der Niederländer ging etwas verloren innerhalb der Ersten hälfe, trotzdem blieben sie spielbestimmend. Japan zeigte sich defensiv extrem gut organisiert. Die Japaner, bei denen das Bundesliga-Trio Hiroki Ito, Ritsu Doan und Kaishu Sano von Beginn an spielte, standen tief und agierten sehr strukturiert. Tore fielen vorerst keine, mit 0:0 ging es in die Kabine. 

Advertisement

Zweite Halbzeit: Vier Tore in 39 Minuten

Was die erste Halbzeit vermissen ließ, holte die zweite mit voller Wucht nach. Den Anfang machte Kapitän van Dijk selbst: Eine Flanke von Ryan Gravenberch köpfte der 34-Jährige zur 1:0-Führung ein in der 50 Minute- der Knoten war geplatzt.

Doch Japan ließ sich nicht so einfach schlagen. Nakamura fand bereits sieben Minuten später die schnelle Antwort zum 1:1, assistiert von Takefusa Kubo. Die Niederlande reagierte prompt: Summerville stellte die Führung anschließend “ wieder her – mit einem spektakulären Distanzschuss von der rechten Seite nach innen zum 2:1. Summerville sah außerdem auch noch die Gelbe Karte in der 61. Minute, weil er Kamada Foulte um einen Konter zu stoppen.

 Cody Gakpo vergab gleich zweimal in der Folge (66. und 73. Minute) die Chance auf das 3:1. Gelegenheiten, die sich am Ende noch bitter rächen sollten. Auf der anderen Seite gab es weitere Gelbe Karten: Memphis Depay und van de Ven sahen ebenfalls Verwarnungen. 

Advertisement

Dann, kurz vor dem Ende, der Schock für Oranje- nach einem Eckball von Junya Ito stieg der eingewechselte Koki Ogawa per Kopf höher als sein Gegenspieler, und über Kamada landete der Ball zum 2:2 im Netz– passenderweise von einem Spieler, der bei NEC Nijmegen in den Niederlanden unter Vertrag steht. Die Niederlande hoffte in der Nachspielzeit noch auf die erneute Führung, kam aber zu keiner zwingenden Chance auf ein Tor mehr.

Statistik-Highlights

Alle vier Tore der Partie fielen erst nach der Halbzeitpause, innerhalb von nur 13 verrückten Minuten zwischen der 50. und 64. Minute, dann noch der späte Ausgleich. Historisch war auch die Aufstellung der Niederländer: Zum ersten Mal in der Geschichte der Elftal bei einer WM stand kein einziger Spieler in der Startelf, der bei einem Verein aus der heimischen Liga unter Vertrag steht. 

Fazit: Was bedeutet das für beide Teams?

Für die Niederlande überwiegt die Enttäuschung. Kapitän van Dijk brachte es nach dem Spiel auf den Punkt: Er bedauerte, dass man nicht gewonnen habe, zeigte sich aber zuversichtlich, dies im nächsten Spiel nachzuholen. Trotzdem blickte der Abwehrchef nach vorn und lobte gegenüber dem Sender NOS, wie kompakt Japan vor allem im Mittelfeld verteidigt habe – ein Kompliment. 

Advertisement

Für Japan hingegen fühlt sich das 2:2 wie ein kleiner Sieg an. Mit dem späten Ausgleich gegen einen der Turnierfavoriten hat das Team von Trainer Hajime Moriyasu ein starkes Signal gesendet, dass die „Blue Samurai“ auch bei dieser WM für Überraschungen sorgen können. Die internationale Presse war begeistert: Die ZEIT rückte Kapitän van Dijk in den Mittelpunkt ihrer Berichterstattung, während andere Medien das Spiel bereits als eines der besten Spiele des Turniers bisher bezeichneten. 

Der Druck steigt für beide nun deutlich: In den kommenden Spielen der Gruppe F gegen Tunesien und Schweden stehen sowohl die niederländische Elftal als auch die Japaner unter Zugzwang und die Erkenntnis, dass Gruppe F richtig spannend wird, hat sich nach diesem 2:2 noch einmal deutlich verstärkt.