Fußball

WM 2026: Frankreich zittert sich zum 3:1-Auftaktsieg gegen Senegal

Sadio Mané (l) bringt Kylian Mbappé zu Fall - doch Elfmeter gab es nicht.
Sadio Mané (l) bringt Kylian Mbappé zu Fall – doch Elfmeter gab es nicht. – Adam Hunger/AP/dpa

Mbappé rettet Frankreich gegen mutigen Senegal

Es sollte ein Spaziergang werden, wurde aber ein hart erkämpfter Pflichtsieg mit historischer Note. Frankreich hat seinen WM-Auftakt gegen Senegal mit 3:1 gewonnen, brauchte dafür im Met Life Stadium in New York aber eine komplette zweite Halbzeit, um den couragierten Außenseiter in die Schranken zu weisen. Am Ende war es Kapitän Kylian Mbappé, der mit einem Doppelpack den Unterschied machte – und dabei gleich zwei Rekorde aufstellte.

Senegal düpiert den Favoriten 45 Minuten lang

Trainer Didier Deschamps schickte sein Team in gewohnter Besetzung auf den Rasen: Maignan im Tor, davor die Abwehrkette Koundé, Saliba, Upamecano und Théo Hernández, im zentralen Mittelfeld Tchouaméni und Rabiot, davor das Kreativtrio Olise, Dembélé und Doué, ganz vorne Mbappé im Sturmzentrum. Auf Senegal-Seite vertraute Pape Thiaw auf Édouard Mendy im Tor, eine Abwehr um Kalidou Koulibaly sowie das Offensivtrio Ismaïla Sarr, Nicolas Jackson und Sadio Mané.

Und genau dieses Trio sorgte für die erste große Überraschung des Spiels, Senegal zeigte 45 Minuten lang eine starke Leistung und hätte die Führung zur Pause verdient. Frankreich brachte vor der Pause keinen einzigen Schuss aufs Tor zustande, während die Afrikaner durch Jackson, der nur den Pfosten traf, und Sarr, der kurz vor der Pause vor dem Tor scheiterte, zwei riesige Chancen ausließen. Auch ein möglicher Strafstoß für Mbappé nach einem Foul von Mané blieb in der 61. Minute nach Videobeweis aus – Schiedsrichter Alireza Faghani entschied stattdessen auf Abstoß.

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Mbappé bricht den Bann – gleich zwei Rekorde

Nach dem Seitenwechsel drehte sich das Bild komplett. Frankreich erhöhte den Druck, und in der 66. Minute war es endlich soweit- nach starkem Steckpass von Olise traf Mbappé aus sieben Metern von halbrechts an Mendy vorbei flach ins linke Eck zum 1:0. Der kurz zuvor eingewechselte Bradley Barcola legte in der 82. Minute nach einem schnellen Konter nach und erhöhte auf 2:0. Die Schlussphase hatte es dann noch einmal in sich: Ibrahim Mbaye verkürzte in der 90.+5 Minute für Senegal auf 1:2, doch nur eine Minute später machte Mbappé mit einem satten Distanzschuss aus der zweiten Reihe den 3:1-Endstand klar.

Der Doppelpack hatte historische Tragweite. Mit seinen Länderspieltoren 57 und 58 überholte Mbappé Olivier Giroud als alleinigen Rekordtorschützen der Équipe Tricolore. Gleichzeitig zog er mit seinem 14. WM-Tor in der ewigen Torschützenliste der Weltmeisterschaften mit Gerd Müller gleich – nur Ronaldo und Miroslav Klose liegen nun noch vor ihm.

Aufstellungen im Überblick

Frankreich (4-2-3-1):

 Maignan – Koundé, Saliba, Upamecano, Théo Hernández – Tchouaméni, Rabiot – Olise, Dembélé (80. Barcola), Doué (87. Cherki) – Mbappé

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Senegal (4-3-3):

Mendy – Diatta, Koulibaly, Niakhaté, El Hadji Malick Diouf – Idrissa Gueye (88. Ciss), Pape Gueye (83. Ndiaye) – Sarr (75. Mbaye), Camara (76. Diarra), Mané – Jackson (83. Dieng)

Statistik-Highlights

Frankreich revanchierte sich mit dem Sieg für die historische Auftaktpleite bei der WM 2002, als Senegal den damaligen Titelverteidiger im Eröffnungsspiel sensationell mit 1:0 bezwungen hatte. Trotz des Erfolgs bleibt die Bilanz zweigeteilt: Eine Halbzeit lang wirkte das mit knapp 1,5 Milliarden Euro bewertete Star-Ensemble der Franzosen behäbig und ideenlos, ehe Mbappé im Alleingang den Unterschied machte. Für Senegal überwiegt trotz der Niederlage der Stolz auf eine mutige Leistung gegen einen der Top-Favoriten des Turniers.

Fazit: Was bedeutet das für beide Teams?

Für Frankreich ist der Sieg wichtig für die Tabelle, die erste Halbzeit zeigte jedoch Schwächen im Spielaufbau gegen kompaktes Pressing. Mit Norwegen und Irak warten in der Gruppe I zwei weitere machbare Aufgaben, doch Deschamps wird seine Mannschaft offensiv wie defensiv schärfen müssen, um konstant auf dem Niveau der zweiten Halbzeit zu spielen.

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Für Senegal bleibt trotz der Niederlage viel Positives. Die Mannschaft von Pape Thiaw zeigte über weite Strecken, dass sie jedem Favoriten gefährlich werden kann und nimmt aus der starken ersten Halbzeit Selbstvertrauen für die kommenden Gruppenspiele mit. Der Auftritt erinnerte stellenweise an den historischen Coup von 2002 – diesmal fehlte am Ende nur die Cleverness in der entscheidenden Phase.