Drei-Lions-Auftakt mit Nervenkitzel
Im ausverkauften Dallas-Stadion in Arlington setzte sich England im Auftaktspiel gegen Kroatien mit einem 4:2 durch. Sie lieferten dabei eines der bisher unterhaltsamsten Spiele dieser Weltmeisterschaft. Vor rund 94.000 Zuschauern bestätigte Thomas Tuchel seine makellose Bilanz als englischer Nationaltrainer. Mit seinem Doppelpack schrieb Kapitän Harry Kane WM-Geschichte und zog mit Gary Lineker als Englands bester WM-Torschütze gleich, ehe Jude Bellingham und Marcus Rashford den Sieg in der zweiten Halbzeit klarmachten.
England zittert sich durch eine wilde erste Halbzeit
Trainer Thomas Tuchel schickte sein Team in gewohnter Ordnung auf den Rasen. Jordan Pickford im Tor, davor die Viererkette mit Reece James, Ezri Konsa, John Stones und Nico O’Reilly, im Mittelfeld Elliot Anderson neben Declan Rice, während Noni Madueke, Jude Bellingham und Anthony Gordon hinter Harry Kane agierten. Der Start verlief zunächst nach Drehbuch. Kane brauchte beim ersten Elfmeter zwei Anläufe, nachdem Livaković sich beim ersten Versuch zu früh von der Linie bewegt hatte- traf aber bei der Wiederholung zum 1:0. Kurz vor der Pause schnürte Kane mit einem Kopfball von Rice seinen Doppelpack zum zwischenzeitlichen 2:1 . Doch die Three Lions blieben defensiv anfällig und kassierten beide kroatischen Treffer praktisch im Gegenzug.
Kroatien zeigt sich kämpferisch, ehe England durchstartet
Auf kroatischer Seite vertraute Trainer Zlatko Dalić auf erfahrene Kräfte. Dominik Livaković im Tor, eine Fünferkette mit Joško Gvardiol, Josip Šutalo, Luka Vušković, Josip Stanišić und Ivan Perišić, während im Mittelfeld Luka Modrić und Petar Sučić zusammen mit Mario Pašalić und Martin Baturina agierten und Petar Musa die Spitze bildete. Die Kroaten ließen sich vom frühen Rückstand nicht beeindrucken. Baturina leitete den Ausgleich selbst mit einem Chip in den Strafraum ein, bevor Sučić auf den Abschluss verzichtete und nochmal in den Rückraum auf Baturina ablegte, der zum 1:1 traf. Noch dramatischer fiel der zweite kroatische Treffer, Perišić legte mit dem Kopf zurück auf Musa, der volley zum 2:2 in der ersten Halbzeit traf. Doch die Antwort der Three Lions kam postwendend- Bellingham lief bereits in der 47. Minute nach einem weiten Ball von Kane ungehindert in den Strafraum und schob zur erneuten Führung ein. Nur eine Minute später hatte Bellingham sogar das 4:2 auf dem Fuß, ehe der vierte Treffer schließlich in der Schlussphase fiel. Der eingewechselte Bukayo Saka bediente Rashford, der mit einer Finte seinen Gegenspieler aussteigen ließ und zum 4:2 traf in der 85. Minute.
Aufstellungen im Überblick
Pickford – James, Konsa, Stones, O’Reilly – Anderson, Rice – Madueke, Bellingham, Gordon – Kane
Kroatien (3-4-2-1):
Livaković – Gvardiol, Šutalo, Vušković, Stanišić, Perišić – Sučić, Modrić, Pašalić, Baturina – Musa
Statistik-Highlights
Der Abend hatte auch jenseits des Ergebnisses historische Dimension. England nimmt bereits zum 17. Mal an einer WM-Endrunde teil; die WM 2026 ist das achte Turnier in Folge, an dem die Three Lions teilnehmen. Kane bestritt sein 115. Länderspiel und zog damit zu David Beckham auf Rang drei der meistgecappten englischen Spieler. Für Kroatien war es dagegen ein bittereres Spiel für den Routinier. Luka Modrić wurde bereits nach nicht mal einer Stunde nahezu wirkungslos ausgewechselt und dürfte sich nach seinem verschuldeten Elfmeter besonders ärgern.
Fazit: Was bedeutet das für beide Teams?
Für England ist der Auftaktsieg ein Schritt in die Richtung K.o.-Phase, offenbart aber auch deutliche Schwächen in der Defensive. Die Tatsache, dass die makellose Qualifikation ohne Gegentor nun Geschichte ist. Dennoch beeindruckt die Offensivpower von Kane, Bellingham und den restlichen eingewechselten Joker wie Saka alle Zuschauer.
Für Kroatien überwiegt trotz der Niederlage eine gewisse Zuversicht. Die Vatreni zeigten, dass sie auch gegen einen Top-Favoriten zweimal zurückkommen können. Zwei junge Akteure wie Baturina und Sučić bewiesen sich dafür bei ihrem WM-Debüt bereits internationale Klasse. Für die kommenden Gruppenspiele bleibt Dalić‘ Mannschaft damit durchaus im Rennen um den Achtelfinaleinzug.
