Fußball

Spanien gegen Österreich – Yamal gegen Alaba im SoFi Stadium

Österreich träumt – Spanien will aufwachen

Im SoFi Stadium in Inglewood bei Los Angeles treffen heute Abend, am Donnerstag dem 2. Juli 2026, Spanien und Österreich im WM-Sechzehntelfinale aufeinander. Anstoß ist um 21 Uhr deutsche Zeit. Das Spiel ist live in der ARD sowie bei MagentaTV zu schauen.

Europameister gegen Außenseiter und doch mehr als ein Selbstläufer. Spanien gewann Gruppe H souverän, kassierte kein einziges Gegentor und kommt mit dem Selbstvertrauen des Turnierfavoriten ins SoFi Stadium. Österreich hingegen zitterte sich durch Gruppe J, überstand ein 3:3-Herzschlagfinale gegen Algerien dank Kalajdžić in der letzten Minute. Sie sind nach 28 Jahren WM-Abstinenz erstmals wieder in der K.-o.-Phase. Ein Weiterkommen gegen den amtierenden Europameister wäre der größte WM-Erfolg Österreichs seit dem dritten Platz 1954. Der Sieger trifft im Achtelfinale auf Portugal oder Kroatien.

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Spanien

La Roja hat die Gruppenphase ohne ein einziges Gegentor überstanden. Nach dem 0:0-Stolperer zum Auftakt gegen Kap Verde fand Spanien seinen Rhythmus: ein 4:0 gegen Saudi-Arabien, bei dem Lamine Yamal traf und vorlegte, und ein 1:0 gegen Uruguay zum Abschluss. Trainer Luis de la Fuente kann auf die vielleicht beste Mittelfeldreihe des Turniers zurückgreifen: Rodri als Anker, Pedri als Taktgeber, Dani Olmo als Verbinder. Auf den Außenbahnen kombinieren Yamal und Alejandro Baena unberechenbar. Der einzige Makel: Spanien wurde noch nicht wirklich gefordert. Saudi-Arabien und Uruguay sind nicht Österreich – aber Österreich ist auch nicht Frankreich. Heute kommt die erste echte Prüfung für de la Fuentes Team.

Voraussichtliche Aufstellung Spanien (4-3-3):

Simón – Porro, Cubarsí, Laporte, Cucurella – Olmo, Rodri, Pedri – Yamal, Oyarzabal, Baena

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Österreich

Österreich unter Ralf Rangnick ist keine Überraschungsmannschaft mehr – das Team wird erwartet und trotzdem gefürchtet. Das hochintensive Gegenpressing, das Rangnick seit Jahren predigt, zeigte sich in allen drei Gruppenspielen: ein 3:1 gegen Jordanien zum Auftakt, ein 0:2 gegen Argentinien, das aber erst durch Messis Doppelpack entschieden wurde, und das dramatischste Spiel der Gruppenphase überhaupt gegen Algerien. Beim 3:3 lag Österreich in der dritten Nachspielminute mit 2:3 zurück – dann kam Saša Kalajdžić, 61 Sekunden nach seiner Einwechslung, und köpfte das entscheidende 3:3. Drittschnellstes Jokertor eines Einwechselspielers in der WM-Geschichte.

Marcel Sabitzer ist der Motor im Mittelfeld – er bestritt gegen Argentinien sein 100. Länderspiel und bleibt der wichtigste Spieler im Kader. Kapitän David Alaba von Real Madrid führt die Abwehr mit 115 Länderspielen Erfahrung an. Im Sturm ist die entscheidende Frage: Gregoritsch von Beginn, oder Arnautović – Österreichs Rekordtorschütze mit 48 Toren in 135 Spielen – als Joker? Rangnick hat ihn in der Gruppenphase dosiert eingesetzt, heute könnte er von Beginn an gefragt sein.

Voraussichtliche Aufstellung Österreich (4-2-3-1):

Schlager – Posch, Alaba, Lienhart, Mwene – X. Schlager, Seiwald – Laimer, Schmid, Sabitzer – Arnautović

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Rückblick

Spanien und Österreich haben sich bisher 16 Mal gemessen – mit klarer Bilanz zugunsten der Spanier: neun Siege, drei Remis, vier Niederlagen. Das letzte Duell liegt fast 17 Jahre zurück – ein Freundschaftsspiel im November 2009, das Spanien mit 5:1 gewann. Bei einer WM gab es bislang nur eine Begegnung: 1978 in Argentinien gewann Österreich in der Gruppenphase mit 2:1 – einer von nur vier österreichischen Siegen in der Geschichte dieses Duells. Und unvergessen bleibt das 9:0 Spaniens in der EM-Qualifikation 1999, das deutlichste Ergebnis dieser Rivalität. Heute schreiben beide Nationen ein neues Kapitel.

Fazit

Spanien ist klarer Favorit und diesmal zurecht. Eine Defensive ohne Gegentor, ein Mittelfeld auf Weltklasseniveau und Yamal als derzeit besten Flügelspieler des Turniers- Das ist für Österreich eine andere Dimension als Jordanien oder Algerien. Doch Rangnicks Team hat bewiesen, dass es nicht aufgibt – das 3:3 in der Nachspielzeit gegen Algerien war kein Zufall, sondern Mentalität. Wenn Österreich früh unter Druck setzt, Sabitzer die Räume nutzt und Arnautović seinen Moment findet, ist ein Gegentor für Spanien nicht ausgeschlossen. Ein Sieg Österreichs wäre die größte Sensation dieses Turniers. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass Yamal und Pedri das SoFi Stadium zum Tanzen bringen.