Fußball

Spanien gegen Argentinien– New York entscheidet über die Krone

Rodri (links) und Luis de la Fuente gehen selbstbewusst ins WM-Finale gegen Argentinien.
Rodri (links) und Luis de la Fuente gehen selbstbewusst ins WM-Finale gegen Argentinien. – Frank Franklin II/AP/dpa

Yamal gegen Messi im Finale

Im MetLife Stadium in East Rutherford bei New York treffen am morgigen Sonntag, dem 19. Juli 2026, Spanien und Argentinien im WM-Finale aufeinander. Anstoß ist um 21:00 Uhr deutscher Zeit. Das Spiel ist live im ZDF sowie bei MagentaTV zu sehen – erstmals in der Geschichte der WM gibt es eine Halbzeitshow, mit Madonna, Shakira, Justin Bieber, BTS und Burna Boy. Die Pause wird entsprechend länger als die üblichen 15 Minuten dauern.

Europameister gegen Weltmeister. Yamal gegen Messi. 18 Jahre gegen 39 Jahre. Die Wachablösung als Endspiel. Es ist die WM, die dieses Turnier verdient und gleichzeitig Messis letztes WM-Spiel der Geschichte. Spanien gewann alle acht Spiele dieser WM, kassierte dabei nur ein einziges Gegentor. Argentinien überstand drei Verlängerungen und ist dennoch da – weil Messi immer da ist.

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Spanien

Spanien hat diese WM dominiert wie kein Team seit der deutschen Mannschaft 2014. Acht Spiele, acht Siege, 17:1 Tore. Das Halbfinale gegen Frankreich war die überzeugendste Leistung des Turniers: Oyarzabal traf per Elfmeter, Porro erhöhte nach einem Doppelpass mit Olmo auf 2:0 – Frankreich brachte in 90 Minuten nur drei Torschüsse auf Rahmen. Trainer Luis de la Fuente vertraut derselben Stammelf, die dieses Turnier geprägt hat.

Das einzige Fragezeichen: Yamal laboriert an einem Tritt gegen den linken Oberschenkel aus dem Halbfinale und trainierte zuletzt individuell. Sein Einsatz im Finale ist laut Marca aber nicht in Gefahr. Gleiches gilt für Porro mit muskulären Ermüdungserscheinungen. Wenn Yamal fit ist, steht Spanien in Bestbesetzung. Merino wartet als Joker auf der Bank – zweimal hat er in diesem Turnier spät entschieden, heute könnte er wieder gebraucht werden.

Voraussichtliche Aufstellung Spanien (4-2-3-1):

Simón – Porro, Cubarsí, Laporte, Cucurella – Rodri, Fabián Ruiz – Yamal, Olmo, Baena – Oyarzabal

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Argentinien

Argentinien ist so müde wie noch kein WM-Finalist der letzten Jahrzehnte und trotzdem hier. Drei K.-o.-Spiele in Verlängerung, neun Gegentore in acht Spielen, eine Defensive die mehrfach gerettet werden musste. Und trotzdem: Messi. Mit acht Turniertreffern und vier Vorlagen ist er der unbestrittene Spieler dieses Turniers – in seinem 34. und letzten WM-Spiel will der 39-Jährige den zweiten Stern. Er selbst sagte: „Ein sehr besonderes Spiel zwischen zwei fantastischen Mannschaften.„

Neun der elf argentinischen Starter standen bereits im WM-Finale 2022 auf dem Platz – nur Lisandro Martínez ersetzt Otamendi, Paredes steht für Di María. Das Mittelfeld aus De Paul, Paredes, Fernández und Mac Allister ist das kompakteste Defensivmittelfeld des Turniers und soll Rodri neutralisieren. Julián Álvarez – Messis Partner vorne – ist mit sechs Turniertreffern Argentiniens zweiter Torgarant. Wenn Argentinien gewinnt, wäre es die erste Titelverteidigung seit Brasilien 1962, und Trainer Scaloni der erste Coach seit Vittorio Pozzo 1934/1938, der zweimal in Folge Weltmeister wird.

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Voraussichtliche Aufstellung Argentinien (4-4-2):

Martínez – Molina, Romero, Li. Martínez, Tagliafico – De Paul, Paredes, E. Fernández, Mac Allister – Messi, Álvarez

Rückblick

Spanien und Argentinien trafen bislang 15-mal aufeinander – sechs Siege für Spanien, sechs für Argentinien, zwei Remis. Bei einer Weltmeisterschaft gab es bislang nur ein Aufeinandertreffen: die Gruppenphase 1986 in Mexiko, in der Argentinien mit 1:0 gewann – Messi war damals noch nicht geboren. Für Messi hat dieses Finale eine besondere persönliche Dimension: Mit 13 Jahren zog er nach Barcelona, lebte zwei Jahrzehnte in Spanien und besitzt sogar einen spanischen Pass. Heute spielt er gegen das Land, in dem er aufgewachsen ist – im letzten Spiel seiner WM-Geschichte.

Fazit

Spanien ist leichter Favorit – mit dem makellosesten Turnierverlauf seit Jahren, der besten Defensive und einer Offensive die in New York ihren besten Tag noch nicht gezeigt hat. Wenn Yamal fit ist und Rodri den Rhythmus kontrolliert, ist Spaniens zweiter Weltmeistertitel nach 2010 sehr realistisch. Doch Argentinien hat in diesem Turnier dreimal das Unmögliche vollbracht und Messi hat noch nicht genug. Im MetLife Stadium, dem Finalstadion dieser WM, mit 80.600 Zuschauern und einer Halbzeitshow die Geschichte schreibt, riecht es nach einem engen Spiel mit später Entscheidung. Das Turnier, das mit so vielen Geschichten begann, verdient ein Finale, das bis zur letzten Minute offen ist. Heute Abend schreibt es sein letztes Kapitel.