Fußball

RB Leipzig scheitert bei Real an königlicher Souveränität

Bernardo Silva von Real Madrid (l) erzielt das erste Tor für seine Mannschaft gegen RB Leipzig.
Bernardo Silva von Real Madrid (l) erzielt das erste Tor für seine Mannschaft gegen RB Leipzig. – Bernat Armangue/AP/dpa

Von Frank Kastner und Maximilian Haupt, dpa

In Madrid spielt Leipzig eine Halbzeit munter und mutig mit, scheitert aber zu oft an Courtois. So kann RB auch im fünften Auswärtsspiel hintereinander nicht punkten. Der Druck auf Demichelis bleibt.

Madrid (dpa) –

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Mutiger Start, enttäuschendes Ende: RB Leipzig hat bei Real Madrid 1:4 (0:1) verloren und ist auch im fünften Pflichtspiel auswärts ohne Sieg geblieben. Nach der 1:6-Schmach in München zeigte das Team von Trainer Martín Demichelis phasenweise zwar ein anderes Gesicht, mehr aber vor 80.000 Zuschauern im Estadio Santiago Bernabéu auch nicht. 

Bernardo Silva (44. Minute) traf zur Real-Führung, ehe Arda Güler (52.) und Kylian Mbappé (82.) für klare Verhältnisse sorgten. Tidiam Gomis traf in der 85. Minute zumindest zum 1:3, ehe der Ex-Leipziger Yan Diomande mit einem Traumtor den Endstand besorgte (87.). 

Rüdiger steht in der Startelf

Vor dem Spiel klatschten der Ex-Leipziger Ibrahima Konaté und der im Sommer für 125 Millionen Euro zu Real gewechselte Diomande die ganze Leipziger Bank ab. Wie angekündigt musste der Ivorer für den in der Liga gesperrten Vinicius Junior Platz machen. Für Konaté rotierte Trainer José Mourinho Ex-Nationalspieler Antonio Rüdiger in die Innenverteidigung. Insgesamt nahm er vor dem El Clásico an diesem Samstag (21.00 Uhr/DAZN) beim FC Barcelona fünf Wechsel vor. 

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Gegen das königliche Star-Ensemble hatte Demichelis «Mut und Persönlichkeit» gefordert. «Es ist eine Verpflichtung, hier ein anderes Gesicht zu zeigen», sagte Demichelis vor dem Anpfiff bei DAZN. Wie erwartet wurde der beim 1:6 in München überforderte Lukas Klostermann von Ridle Baku ersetzt. Im Sturm startete Romulo. Zudem rückte Nicolas Seiwald für Ezechiel Banzuzi in die Startelf der Leipziger, die auswärts bislang in dieser Saison nur beim Regionalligisten Eintracht Trier (6:0) im DFB-Pokal gewonnen hatten. Dann folgte ein 1:3 in Bremen, ein 1:4 in der Champions League in Como, ein 0:2 in Leverkusen und die Pleite in München. 

Leipzig startete gut, presste hoch und hatte die erste gute Chance. Der frei durchgelaufene Romulo wurde vom erfahrenen Rüdiger (7.) im letzten Moment per Oberkörpercheck im Strafraum außer Tritt gebracht. Real hatte mehr Ballbesitz und wartete geduldig auf den ersten genialen Moment. Nach einer Viertelstunde wurde der Druck größer. Vinicius Junior und Kylian Mbappé spielten mit ihrem Tempo die RB-Abwehr mehrmals schwindelig. Die große Chance zur Führung hatte aber Leipzig: Thibaut Courtois verhinderte das 0:1 mit einer Weltklasse-Reaktion gegen Romulo (28.). 

Starkes belgisches Torhüter-Duell 

Im Gegenzug zeigte der 24 Jahre alte Leipzig-Keeper Maarten Vandevoordt sein Können gegen den Distanzschuss von Vinicius. Kurios: Das Aufeinandertreffen der beiden belgischen Nationaltorhüter Courtois und Vandevoordt war zugleich ein Duell Idol gegen Fan. Denn seit seiner Kindheit eiferte der zehn Jahre jüngere Vandevoordt seinem älteren Vorbild nach, der in der 41. Minute erneut gegen Christopher Nkunku auf der Hut war. 

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Comeback von Baumgartner

Als Vandevoordt einen abgefälschten Ball nach einer doppelten Fußabwehr kurz aus den Augen verlor, traf Bernardo Silva im Nachsetzen zur Real-Führung. Das 2:0 verhinderte der RB-Keeper mit einer Monster-Parade gegen Vinicius (45.+1). Nach dem Wechsel hielt Vandevoordt einen Gewaltschuss von Fede Valverde. Dann köpfte Kylian Mbappé (52.) den Ball entgegen der Sprungrichtung von Vandevoordt – Güler muss das Spielgerät nur noch über die Linie drücken. In Halbzeit zwei konnte sich Leipzig kaum befreien und nur wenig Offensiv-Akzente setzen. Demichelis brachte nach einer Stunde mit Rocco Reitz und Andrija Maksimovic frische Kräfte. 

Leipzigs Königstransfer Diomande durfte dann bei Real ab der 70. Minute gegen seinen Ex-Club ran – und belohnte sich mit einer traumhaften Direktabnahme. Hoffnung bei RB machte das Comeback von Christoph Baumgartner, der gleich für Gomis auflegte.