Fußball

Messi gegen Xhaka – Kansas City wird zur lautesten Arena der Welt

Argentinien gegen die Schweiz

Im Arrowhead Stadium in Kansas City treffen in der Nacht von Samstag auf Sonntag, dem 12. Juli 2026, Argentinien und die Schweiz im WM-Viertelfinale aufeinander. Anstoß ist um 03:00 Uhr deutsche Zeit. Das Spiel ist live in der ARD sowie bei MagentaTV zu schauen.

David gegen Goliath und ein ganzes Land, das die Nacht zum Tag macht. Der Kanton Bern hat die Sperrstunde aufgehoben, in Zürich, Basel, Genf und Chur dürfen Bars und Restaurants durchgehend öffnen. Die Schweiz steht erstmals seit 1954 in einem WM-Viertelfinale und trifft ausgerechnet auf Titelverteidiger Argentinien mit dem besten Spieler der Welt. Das Arrowhead Stadium, Heimat der Kansas City Chiefs und Weltrekordhalter für die lauteste Stadionatmosphäre überhaupt, ist der perfekte Schauplatz für ein Viertelfinale. Der Sieger trifft im Halbfinale auf den Gewinner aus Norwegen gegen England.

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Argentinien

Argentinien marschierte durch die Gruppe J – drei Siege, neun Punkte, Messi traf in jedem Gruppenspiel. Im Sechzehntelfinale gegen Kap Verde wurde es eng: 3:2 nach Verlängerung, zwei Gegentore, eine Mannschaft, die lange zittern musste. Im Achtelfinale gegen Ägypten folgte dasselbe Muster: 3:2, wieder zwei Gegentore, Scaloni brach nach dem Abpfiff das TV-Interview mit Tränen in den Augen ab – er war schlicht überwältigt von dem, was seine Spieler leisteten.

Mit acht Toren führt Messi die Torjägerliste dieser WM an und hat mit 21 WM-Toren die ewige Bestmarke alleine inne. Doch es gibt einen Makel: Beide Elfmeter dieses Turniers vergab er. Wenn es in Kansas City ins Elfmeterschießen geht, könnte das entscheidend sein – die Schweiz hat gegen Kolumbien gerade erst bewiesen, dass sie im Elfmeterschießen Nerven aus Stahl hat. Rodrigo De Paul steht nach seiner Beinverletzung auf der Kippe, Scaloni mahnt nach den defensiven Anfälligkeiten der letzten Spiele mehr Kompaktheit an.

Voraussichtliche Aufstellung Argentinien (4-4-2):

Martínez – Molina, Romero, Li. Martínez, Tagliafico – Mac Allister, Paredes, E. Fernández, Messi – Álvarez, La. Martínez

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Schweiz

Die Schweiz ist das letzte verbliebene DACH-Team in diesem Turnier – Deutschland flog im Sechzehntelfinale raus, Österreich noch früher. Trainer Murat Yakin – von der Presse mittlerweile liebevoll „YaKing“ genannt – führte die Nati ungeschlagen durch die Gruppe B. Mit einem 1:1 gegen Katar, 4:1 gegen Bosnien-Herzegowina, 2:1 gegen Kanada. Im Sechzehntelfinale folgten ein überzeugender 2:0-Sieg gegen Algerien, Embolo in der zehnten, Ndoye kurz nach der Pause. Und dann das Achtelfinale gegen Kolumbien in Vancouver – das dramatischste Spiel dieser WM-Runde.

120 torlose Minuten gegen eine der besten Defensiven des Turniers. Dann Elfmeterschießen. Kobel parierte gegen Cucho Hernández, Vargas verwandelte den entscheidenden Schuss zum 4:3 – und die Schweiz steht im Viertelfinale. Manzambi fehlt weiterhin verletzt, Akanji bleibt der Fels in der Abwehr. Xhaka hat auf der Pressekonferenz angekündigt, Messi zu stoppen – „einen Riesenbrocken, einen der besten Spieler der Geschichte.“ Ricardo Rodríguez, der linke Verteidiger, dürfte den Spezialauftrag erhalten, Messi auf der rechten Seite zuzustellen.

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Voraussichtliche Aufstellung Schweiz (4-2-3-1):

Kobel – Rodríguez, Akanji, Elvedi, Zakaria – Xhaka, Freuler – Vargas, Rieder, Ndoye – Embolo

Rückblick

Argentinien und die Schweiz haben sich zweimal bei einer WM gemessen – beide Male gewann Argentinien. Das letzte Duell fand im WM-Achtelfinale 2014 in Brasilien statt: Argentinien gewann erst in der 118. Minute durch Ángel Di María – Vorlagengeber war damals Messi. Es war das engste mögliche Ergebnis nach einem zähen, dramatischen Spiel. Zwölf Jahre später, im Viertelfinale, treffen beide Teams wieder aufeinander und Messi ist wieder dabei. Als einziger Spieler, der bereits 2014 auf dem Platz stand. In einem Freundschaftsspiel 1980 gewann Argentinien deutlicher: 5:0.

Fazit

Argentinien ist Favorit – mit Messi in der Form seines Lebens und einer Mannschaft, die gelernt hat, auch enge Spiele zu gewinnen. Doch die Schweiz hat in diesem Turnier etwas gezeigt, das kaum messbar ist: Nervenstärke. 120 Minuten gegen Kolumbien ohne Tor, dann Elfmeterschießen gewonnen – das ist Mentalität. Wenn Kansas City eng wird und es ins Elfmeterschießen geht, könnte Messis Schwäche vom Elfmeterpunkt entscheidend sein. Kobel ist bereit, Vargas hat bereits getroffen. Andererseits: Messi hat noch nie ein WM-Viertelfinale verloren. Das Arrowhead Stadium wird in dieser Nacht laut sein – für welche Seite, entscheidet sich kurz nach 03 Uhr Deutsche Zeit.