Fußball

Kanada gegen Südafrika – Erstes Sechzehntelfinale der WM 2026

Bafana Bafana gegen die Ahornblätter – Wer schreibt Geschichte?

Im SoFi Stadium in Los Angeles treffen am heutigen Sonntag, dem 28. Juni 2026, Kanada und Südafrika im ersten WM-Sechzehntelfinale der Geschichte aufeinander. Anstoß ist um 21 Uhr deutsche Zeit. Das Spiel ist live in der ARD sowie bei MagentaTV zu sehen.

Für beide Mannschaften ist es ein Novum: Sowohl Südafrika als auch Kanada stehen erstmals überhaupt in einem K.-o.-Spiel bei einer WM. Zwei Nationen, zwei Premieren und doch eine klare Rollenverteilung. Kanada kommt als Co-Gastgeber und offensivstarker Favorit ins Stadion. Südafrika reist als Außenseiter an, der nichts zu verlieren und alles zu gewinnen hat. Der Gewinner trifft im Achtelfinale entweder auf die Niederlande oder Marokko.

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Kanada

Kanada hat zum ersten Mal ein WM-K.O.-Spiel erreicht. Vier Jahre nach Katar, als die Mannschaft noch an ihrer Naivität scheiterte, steht sie nun unter den letzten 32 Mannschaften. Die Gruppenphase verlief zweigeteilt: Das 1:1 gegen Bosnien-Herzegowina war ein kontrollierbarer Auftakt, das 6:0 gegen Katar ein Offensivfeuerwerk – Jonathan David erzielte dabei einen Hattrick, dem als erstem Spieler eines WM-Gastgebers seit Geoff Hurst (1966) ein WM-Dreierpack gelang. Zum Abschluss folgte die 1:2-Niederlage gegen die Schweiz –taktisch schmerzhaft, denn Kanada wollte Gruppensieger werden, um in Vancouver zu bleiben.

Das größte Fragezeichen vor diesem Spiel trägt die Nummer zehn auf dem Rücken. Alphonso Davies steht vor seinen ersten Einsatzminuten bei diesem Turnier, nachdem er in der Gruppenphase nicht zum Einsatz gekommen ist. Trainer Jesse Marsch ist jedoch zuversichtlich: Davies sei „mehr als bereit“ – seine Rückkehr würde dem Team einen „großen Schub“ geben. Dazu kommt der Ausfall von Ismael Koné, der gegen Katar einen Schien- und Wadenbeinbruch erlitt und das Turnier damit beendet hat.

Im Sturm bleibt Jonathan David die alles entscheidende Figur. Mit 42 Länderspieltoren in 80 Einsätzen gehört er zu den treffsichersten Stürmern dieses Turniers. An seiner Seite: Cyle Larin mit 32 Länderspieltoren in 93 Einsätzen – ein Sturmduo, das Südafrikas Abwehr vor ernste Probleme stellen dürfte.

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Voraussichtliche Aufstellung Kanada (4-4-2):
Crepeau – Johnston, Cornelius, de Fougerolles, Laryea – Buchanan, Eustaquio, Saliba, Ahmed – David, Larin

Südafrika

Bafana Bafana sind zum ersten Mal in der Geschichte in die K.O.-Phase einer Herren-WM eingezogen. Der Weg dorthin war alles andere als geradlinig. Eine bittere 0:2-Auftaktniederlage gegen Mexiko wurde durch rote Karten für zwei Mittelfeldstützen verschlimmert. Doch Trainer Hugo Broos stellte um, ein 1:1 gegen Tschechien und schließlich ein 1:0 gegen Südkorea in einem rauschhaften Estadio Monterrey besiegelten das historische Weiterkommen.

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Südafrika wird gegen den Co-Gastgeber verteidigen, lauern und laufen. Angeführt vom überragenden Kapitän und Torhüter Ronwen Williams versucht Broos‘ Team, Beton anzurühren – in der Offensive ruhen die Hoffnungen auf Konter über Burnley-Stürmer Lyle Foster und die flinken Außenbahnen. Die gravierendste Personalmeldung ist die Sperre von Themba Zwane, der gegen Mexiko die Rote Karte sah und heute sein letztes Spiel seines Drei-Spiele-Banns absitzt.

Außerdem haben Relebohile Mofokeng und Thapelo Maseko sich in der Gruppenphase aufgezeigt, sie sind nun Südafrikas gefährlichste Offensivwaffen gegen Kanada.

Voraussichtliche Aufstellung Südafrika (5-4-1):
Williams – Maseko, Mbatha, Sithole, Okon, Appollis – Mofokeng, Mokoena, Zwane-Ersatz, Maphothi – Foster

Rückblick

Beide Nationen sind bislang genau einmal aufeinandergetroffen: Südafrika gewann am 20. November 2007 ein Freundschaftsspiel mit 2:0. Fast zwei Jahrzehnte später und auf der größten Bühne des Weltfußballs ist das bedeutungslos. Beide Teams kamen als Gruppenzweite in die K.O.-Runde – Südafrika als Zweiter hinter Mexiko in Gruppe A, Kanada hinter der Schweiz in Gruppe B.

Fazit

Kanada ist der klare Favorit. Die Offensivklasse rund um Jonathan David und Cyle Larin ist auf diesem Niveau kaum zu bremsen und sollte Alphonso Davies fit genug für Einsatzminuten sein, verändert das die gesamte Dynamik auf der linken Seite. Die Südafrikaner setzen auf eine kompakte Defensive und lauern auf Konter und Standards – so wie beim 1:0 gegen Südkorea. In einem K.O.-Spiel, das bei einem Remis nach 90 Minuten in die Verlängerung und notfalls ins Elfmeterschießen geht, ist jede Unachtsamkeit Kanadas potenziell fatal. Auf dem Papier gewinnt Kanada. Auf dem Rasen im SoFi Stadium muss es erst bewiesen werden.