De Bruyne gegen Mané – Seattle wird zum Kracher
Im Lumen Field in Seattle treffen am heutigen Mittwoch, dem 1. Juli 2026, Belgien und Senegal im WM-Sechzehntelfinale aufeinander. Anstoß ist um 22:00 Uhr deutsche Zeit. Das Spiel ist live in der ARD sowie bei MagentaTV zu schauen.
Gruppensieger gegen Gruppendritter und doch ein Duell auf Augenhöhe. Belgien sicherte sich den Gruppensieg knapp – bei Punktgleichheit mit Ägypten entschied die bessere Tordifferenz. Senegal stolperte durch Gruppe I, explodierte zum Abschluss aber mit einem 5:0 gegen den Irak. Beide Teams kommen mit Offensivfeuerwerk im Gepäck und mit Lücken in der Defensive. Dazu ist es das allererste Aufeinandertreffen beider Nationen in der Geschichte. Der Sieger trifft im Achtelfinale auf den Gewinner aus Portugal gegen Kroatien.
Belgien
Rudi Garcias erste WM als belgischer Nationaltrainer begann schleppend. Das 1:1 gegen Ägypten und das 0:0 gegen den Iran ließen Zweifel aufkommen – doch das 5:1 gegen Neuseeland war ein Befreiungsschlag.Leandro Trossard traf doppelt, Kevin De Bruyne erhöhte auf 3:0, Joker Romelu Lukaku köpfte das 4:1 – und Alexis Saelemaekers setzte in der Nachspielzeit den Schlusspunkt zum 5:1. Belgien reist mit 16 ungeschlagenen Spielen in Serie nach Seattle – und mit dem Selbstvertrauen einer Mannschaft, die endlich angekommen ist.
De Bruyne ist der Schlüssel zu allem. Mit einem Tor und drei Vorlagen in der Gruppenphase ist er Belgiens kreativster Kopf und gefährlichster Spielmacher – der Mann, der das Tempo diktiert und Lukaku in Szene setzt. Auf der linken Außenbahn sorgt Jérémy Doku mit seinem Tempo für Wirbel, Trossard liefert von links ebenfalls Torgefahr. Individuelle Fragezeichen gibt es kaum – Garcia kann auf seine Wunschelf zurückgreifen.
Voraussichtliche Aufstellung Belgien (4-3-3):
Courtois – Castagne, Faes, Vertonghen, De Cuyper – De Bruyne, Onana, Tielemans – Doku, Lukaku, Trossard
Senegal
Senegals Gruppenphase war eine Achterbahn. Das 1:3 gegen Frankreich und das 2:3 gegen Norwegen waren bittere Niederlagen – sechs Gegentore in zwei Spielen zeigen die defensiven Schwächen deutlich. Doch das 5:0 gegen den Irak zum Abschluss war eine Machtdemonstration. Ismaïla Sarr war dabei der überragende Mann – drei Tore in der Gruppenphase, Tempo und Torgefahr jederzeit abrufbar. Pape Gueye und Lamine Camara geben dem senegalesischen Mittelfeld Energie und Aggressivität. Und Sadio Mané – 34 Jahre alt, bei dieser WM wohl zum letzten Mal dabei – will endlich ein K.-o.-Spiel gewinnen. 2002 scheiterte Senegal im Viertelfinale, seitdem gelang nie wieder der Einzug in die K.-o.-Runde. Heute, in Seattle, ist es wieder so weit.
Trainer Pape Thiaw setzt auf ein kompaktes 4-3-3 mit schnellen Kontern über die Außenbahnen. Das Fragezeichen bleibt die Defensive – gegen De Bruyne und Doku dürfte sie erneut gefordert sein.
Voraussichtliche Aufstellung Senegal (4-3-3):
Diallo – Sabaly, Koulibaly, Diallo, Mendy – Gueye, Camara, Ndiaye – Sarr, Mané, Dia
Rückblick
Es gibt keinen. Belgien und Senegal sind sich noch nie offiziell begegnet – das Lumen Field in Seattle ist Schauplatz des allerersten Duells beider Nationen. Kein Vergleich, kein Omen, nur der Ball. Was es gibt: zwei Nationen mit sehr unterschiedlichen WM-Geschichten. Belgien war zuletzt 2018 WM-Dritter – die goldene Generation um De Bruyne, Hazard und Lukaku erreichte damals das Halbfinale. 2022 scheiterte das alternde Team kläglich in der Gruppenphase. Für diese Generation ist es der letzte Versuch, doch noch etwas Historisches zu erreichen. Senegal stand einmal im WM-Viertelfinale – 2002, beim Debüt im eigenen Erdteil, als die Löwen von Teranga die Welt verblüfften.
Fazit
Belgien ist Favorit – aber kein sicherer. De Bruyne in Topform, Lukaku auf der Bank als Joker und Trossard nach seinem Doppelpack gegen Neuseeland im Rausch: Offensiv sind die Roten Teufel schwer zu stoppen. Doch Senegals Defensive hat in dieser Gruppenphase sechs Gegentore kassiert und steht nun vor Belgiens Offensivreihe. Wenn Ismaïla Sarr im Konter seine Geschwindigkeit ausspielt und Senegal früh trifft, kann es eng werden. Wenn De Bruyne und Doku hingegen den Rhythmus vorgeben, dürfte Belgien am Ende die Klasse durchsetzen.
