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Auch ohne Kompany, Kimmich, Neuer und weitere Stars ist der FC Bayern widerstandsfähig. Torwart Urbig und Sportboss Eberl sprechen nach dem emotionalen 3:1 in Freiburg über die besonderen Umstände.
Freiburg (dpa) –
Vincent Kompany wird in diesen für ihn so schweren Tagen ein Päckchen erreichen, das eingewickelt ist in SC-Freiburg-Geschenkpapier. Die «Kleinigkeit» für den Bayern-Coach gab SC-Trainer Julian Schuster den Münchnern mit auf den Heimweg, seine wichtige Grußbotschaft: «Ich hoffe, dass er für sich die Ruhe findet und auch selber die Zeit gibt.» Wie Schuster dachten nach dem emotionalen Münchner 3:1 im Breisgau viele an «Vinnie».
In Kompany, der am vergangenen Freitag zusammengebrochen war, sei «vielleicht das wichtigste Puzzleteil» gerade weggefallen, beschrieb Sportvorstand Max Eberl die Lage beim deutschen Fußball-Rekordmeister. «Und das müssen wir als Gruppe auffangen.» Gelten dürfte das nicht nur für die Spiele gegen Zweitligist 1. FC Magdeburg am Mittwoch im DFB-Pokal und im Liga-Gipfel gegen Dortmund am Samstag, sondern wohl noch für mehrere Wochen.
Eberl: «Über ganz andere Dinge» geredet
«Wir haben wirklich den Kontakt auf null reduziert, einfach, dass er sich entspannt», betonte Eberl. Er berichtete von seinem Besuch am Samstag an Kompanys Krankenbett: Nicht über Fußball, sondern «über ganz andere Dinge» habe er mit dem 40 Jahre alten Coach gesprochen, «über das Leben».
Während Kompany, bei dem die finale Diagnose noch aussteht, alle Zeit bekommen soll, um wieder gesund zu werden, kennt der Terminkalender mit den Münchnern keine Gnade. Vier Spiele stehen in den anderthalb Wochen bis zur Länderspielpause an, in denen das Münchner Mia-san-mia-Gefühl neu gelebt werden soll.
Eberl hob nach dem Erfolg in Freiburg die besonderen Umstände hervor und verwies mit viel Stolz in der Stimme auf die Reaktion der Mannschaft. «Wenn man die Woche betrachtet mit allem, was wir zu tun hatten, dann ist das ein Sieg, der drei Punkte bringt. Aber für uns, für mich, ist es viel mehr, weil es einfach eine große Leistung ist nach dem, was wir die ganze Woche erlebt haben oder erleben mussten.»
Die Bayern hatten in Freiburg nicht nur auf Cheftrainer Kompany verzichten müssen, sondern auch auf etliche Stars wie Stammtorwart Manuel Neuer, Sechser Aleksandar Pavlovic oder Offensivspieler Luis Díaz. Auch Joshua Kimmich fehlte nach einem Trauerfall im engsten Familienkreis.
«Der Sieg ist für Vinnie, der Sieg ist für Jo, für seine Familie. Der Sieg ist für Lucho. Der Sieg ist für den FC Bayern und für diese Zusammengehörigkeit, die wir einfach jetzt brauchen», betonte Eberl.
Urbig: «Wirklich außergewöhnlich»
Das Team habe für Kompany und Kimmich gespielt, bestätigte der stark haltende Torwart Jonas Urbig und fügte an: «Wir haben für unsere angeschlagenen Spieler gespielt, die heute leider nicht dabei sein konnten. Und ich finde, wie wir das diese Woche als Mannschaft, als Verein aufgefangen haben, wirklich außergewöhnlich.»
Über Kompany, der auch in den kommenden Partien von Co-Trainer Aaron Danks als Hauptverantwortlicher an der Seitenlinie vertreten wird, sagte Urbig: «Wir hoffen einfach, dass er schnell wieder zurückkommt, aber sich auch die Zeit nimmt, weil wir ihn brauchen. Das ist ganz klar. Aber ich finde, wie wir das heute gemeinsam aufgefangen haben, das wird ihn sicherlich auch stolz machen.»
Lob von Eberl: «Den kannst du reinschmeißen»
Urbig selbst erhielt viel Lob. «Jonas, haben wir immer gesagt, das ist einer, den kannst du reinschmeißen, der steht und der bringt seine Leistung», meinte Eberl. «Er hat einige wirklich gute Paraden gezeigt», ergänzte Danks.
Gegen Magdeburg droht ihm dennoch ein Platz auf der Bank. Laut Eberl soll Neuer (Sehnenreizung im Fuß) in dieser Woche wieder ins Training einsteigen. «Ob es dann für Mittwoch reicht oder dann eben für Dortmund, das sehen wir dann.» Gegen den punktgleichen BVB wollen die Münchner im Bundesliga-Gipfel die Tabellenführung verteidigen – allen Widrigkeiten zum Trotz.
