Irak 40 Jahre Rückkehr – aber reicht es gegen die Weltklasse?
Am Montag, dem 22. Juni 2026, steigt im Lincoln Financial Field in Philadelphia das zweite Gruppenspiel der Gruppe ‚I‘ bei der WM 2026. Frankreich gegen den Irak. Anstoß ist um 23 Uhr deutsche Zeit. Die Partie ist live im ARD sowie bei MagentaTV zu sehen.
Für Frankreich ist es eine vermeintliche Pflichtaufgabe – doch das französische Lager schaut nicht auf den Gegner, sondern auf Kylian Mbappé. Der Kapitän der Équipe Tricolore steht nach seinem Doppelpack gegen den Senegal bei insgesamt 16 WM-Toren – und damit genau auf dem Rekord, den Lionel Messi erst kürzlich aufgestellt hat. Schon heute Abend könnte Mbappé alleiniger Rekordhalter werden. Für den Irak hingegen geht es schlicht ums Weiterkommen: Nach dem 1:4 zum Auftakt gegen Norwegen steht das Team von Trainer Graham Arnold bereits unter hohem Druck.
Frankreich
Frankreich reist als einer der absoluten Turnierfavoriten an. Die Mannschaft startete mit einem lässigen 3:1-Sieg gegen den Senegal ins Turnier, dabei zeigte sich die Mannschaft von Didier Deschamps in der ersten Halbzeit noch zäh und ideenlos, ehe sie nach der Pause aufdrehe. Mbappé traf doppelt, Bradley Barcola steuerte das dritte Tor als Joker nebenbei. Insgesamt steht der Kader so tief wie selten zuvor: Spieler von Paris Saint-Germain, Arsenal, Real Madrid und Bayern München in nahezu jeder Reihe.
Die voraussichtliche Startelf lautet: Maignan im Tor, davor Koundé, Saliba, Upamecano und Theo Hernández in der Abwehr, im Mittelfeld Tchouaméni und Rabiot, davor Olise, Doué und Dembélé und vorne Mbappé als einzige Spitze. Deschamps könnte angesichts des sicheren Vorsprungs vereinzelt rotieren, doch selbst ein gesichertes Weiterkommen ändert nichts an der Qualität des Kaders. Der Fokus liegt auf der Tordifferenz: Hinter Norwegen, das ebenfalls bei drei Punkten steht, könnte das Torverhältnis am dritten Spieltag entscheidend werden.
Voraussichtliche Aufstellung Frankreich (4-3-3):
Maignan – Koundé, Saliba, Upamecano, Theo Hernández – Tchouaméni, Rabiot, Olise – Dembélé, Mbappé, Doué
Irak
Der Irak erlebt seine zweite WM-Teilnahme der Geschichte und die Rückkehr auf die große Bühne nach 40 Jahren Abwesenheit. Die Qualifikation gelang über den interkontinentalen Playoff, wo sich das Team mit einem 2:1-Sieg gegen Bolivien durchsetzte. Die WM-Vorbereitung lieferte gemischte Signale, ein 1:0 gegen Andorra und ein bemerkenswertes 1:1 gegen Spanien zeigten, dass das Team kompakt stehen kann. Doch das 0:2 gegen Venezuela und das 1:4 zum WM-Auftakt gegen Norwegen offenbarten defensive Schwächen, die gegen Frankreich noch stärker ins Gewicht fallen dürften.
Beim Auftakt gegen Norwegen brach die Abwehr nach dem zwischenzeitlichen 1:1 durch Aymen Hussein auseinander: Ein Patzer von Torwart und Kapitän Jalal Hassan ebnete Erling Haaland den Weg zum 2:1, und am Ende stand ein 1:4. Trainer Graham Arnold wird seine Mannschaft defensiv neu sortieren müssen. Hoffnungsträger im Angriff bleibt Hussein, der bereits das historische zweite irakische WM-Tor erzielte – 40 Jahre nach Ahmed Radhis Treffer gegen Belgien 1986.
Voraussichtliche Aufstellung Irak (4-4-2):
Jalal Hassan – Hussein Ali, Zaid Tahseen, Akam Hashem, Merchas Doski – Zaid Ismail, Amir Al-Ammari, Ibrahim Bayesh, Ahmed Qasem – Aymen Hussein, Ali Al-Hamadi
Rückblick: Frankreich vs. Senegal
Frankreich startete mit einem 3:1-Sieg gegen Senegal ins Turnier. Die erste Halbzeit verlief ohne Tore– erst Deschamps‘ taktische Anpassung zur Pause brachte die Wende. Mbappé traf in der 66. Minute nach einem Steilpass von Olise, legte kurz darauf nach, und Joker Bradley Barcola setzte den Schlusspunkt. Der Sieg war am Ende souverän, ließ aber auch erkennen: Frankreich kann es sich gegen stärkere Gegner nicht erlauben, eine Halbzeit zu verschenken.
Fazit
Auf dem Papier ist dies die klarste Angelegenheit des bisherigen Turniers. Frankreich hat die Offensivmacht, den Kader und das Selbstvertrauen für einen hohen Sieg. Der Irak kann im besten Fall auf Geschlossenheit und einen Mbappé-freien Abend hoffen – beides erscheint unwahrscheinlich. Viel spannender als das Ergebnis selbst dürfte die eine Frage sein, die ganz Philadelphia begleitet: Schreibt Mbappé heute Abend Geschichte?
