Alexander Zverev reagierte etwas überrascht, als er auf seinen Viertelfinalgegner angesprochen wurde. Eigentlich hatte der Vorjahresfinalist der Australian Open mit einem Duell mit seinem Angstgegner Daniil Medwedew gerechnet. Doch der Russe verlor sang- und klanglos in drei Sätzen gegen den 20 Jahre alten Amerikaner Learner Tien, weshalb es Zverev nun an diesem Dienstag mit einem Senkrechtstarter der Tennis-Szene zu tun bekommt.
«Ich hatte auf jeden Fall ein enges Match erwartet», sagte Zverev über die Partie Tien gegen Medwedew. Doch der US-Boy zeigte wie so oft keine Scheu vor großen Namen. «Learner ist ein großartiger Spieler, ich habe großen Respekt vor ihm», sagte Zverev über den Amerikaner, der zum Ende des vergangenen Jahres die ATP Finals der Nachwuchsspieler gewonnen hatte und sich in der Weltrangliste inzwischen bis auf Platz 29 vorgearbeitet hat.
Becker warnt
«Es gibt einige junge Spieler, über die mehr geredet wird. Learner ist derjenige, der auf dem Platz auch liefert», zollte Zverev seinem nächsten Gegner Respekt. Doch klar ist auch, dass Zverev als Favorit in die Partie gehen wird. Was für Deutschlands Tennis-Legende Boris Becker auch ein Nachteil sein kann. «Ich finde das eine sehr schwierige Aufgabe», sagte Becker als Experte im TV-Sender Eurosport. «Denn der Druck liegt deutlich mehr auf ihm.»
Doch das war dieses Jahr bislang in allen Partien in Melbourne der Fall. Zverev ging viermal als klarer Favorit auf den Court und setzte sich jedes Mal weitgehend souverän durch. Im Achtelfinale gegen den Argentinier Francisco Cerundolo zeigte Zverev nun seine bislang beste Leistung in diesem Jahr.
Zverev endlich gesund
Was er vor allem darauf zurückführt, dass er nach einem komplizierten Jahr endlich frei von Blessuren ist. «Ich bin so gesund, wie die vergangenen zwölf Monate nicht», sagte der Weltranglisten-Dritte. «Wenn ich gesund bin, bin ich glücklich auf dem Platz und dann geht einiges einfacher.»
Da seine Fitness stimmt, sieht Zverev auch die große Hitze, die für Dienstag in Melbourne vorhergesagt ist, nicht als Problem an. Auf weit über 40 Grad soll das Thermometer klettern. Als es am Samstag schon einmal so heiß war, hatte unter anderem Titelverteidiger Jannik Sinner große Probleme. Doch Zverev erwartet für sich keine Schwierigkeiten. «Ich beschäftige mich da nicht sonderlich mit, weil ich mit Hitze eigentlich nie so richtig Probleme hatte.»

