Karl Geiger (l) und Andreas Wellinger (r) hatten in Willingen Grund zur Freude.

Andreas Wellinger war gleichzeitig erleichtert und euphorisiert. «Mega geile Stimmung, mega Sprünge», sagte der 30-Jährige in der Skisprung-Partyhochburg Willingen. «Nach der langen beschissenen Saison endlich mal wieder so einen Wettkampf rauszuhauen, tut extrem gut», ergänzte er mit Blick auf sich selbst und Teamkollege Karl Geiger.

Dass ausgerechnet der nicht für Olympia nominierte Geiger den deutschen Springern am Samstag mit Platz drei den ersten Einzel-Podestplatz im Jahr 2026 bescherte, ist kurios. Mit Blick auf die Winterspiele machten jedoch auch seine Kollegen Mut.

Bundestrainer: «Das war unser bester Wettkampf in diesem Jahr»

«Der dritte Platz vom Karl Geiger ist sehr, sehr gut. Aber das ganze Team ist richtig gut skigesprungen», lobte Bundestrainer Stefan Horngacher. «Das war unser bester Wettkampf in diesem Jahr.»

Platz drei für Geiger, dazu Rang vier für Felix Hoffmann und Rang sechs für Wellinger: Ein solches Ergebnis schien noch vor wenigen Tagen undenkbar. Auch Platz zwei im Mixed-Team am Freitag von Geiger, Philipp Raimund, Agnes Reisch und Selina Freitag zeigt einen positiven Trend. «Das Gefühl wird wieder besser, Selbstvertrauen kommt rein», sagte Hoffmann.

Wellinger: «Lohn für die harte Arbeit»

Der 28-Jährige, Philipp Raimund, Pius Paschke und Wellinger vertreten das deutsche Team bei den Winterspielen in Italien. Geiger hatte die Qualifikation verpasst. «Unglaublich», sagte der Oberstdorfer nun zu seinem plötzlichen Leistungsschub. «Vom Podest war ich so weit weg die letzten Wochen.»

Für Wellinger gilt das ebenfalls. Der sechste Platz war sein bis dato bestes Saisonergebnis. «Es ist endlich mal wieder der Lohn für die harte Arbeit.» Gerade noch rechtzeitig vor dem Saisonhöhepunkt in Predazzo zeigen er und seine Kollegen, wie verrückt ihr Sport ist und dass man sie nicht abschreiben darf.

Deutsche Springerinnen mit Medaillenchancen

Für die deutschen Skispringerinnen gilt das sowieso. Selina Freitag, Agnes Reisch und Katharina Schmid in ihrer letzten Saison zählen zu den Medaillenkandidatinnen. Alle drei schafften es in diesem Winter schon auf das Podest. Vor allem Freitag springt konstant auf einem sehr hohen Niveau.

Die Topfavoriten kommen sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern allerdings aus Slowenien. Nika Prevc führt den Gesamtweltcup der Springerinnen souverän an, ihr Bruder Domen Prevc liegt bei den Männern vorne. Beide zeigten auch in Willingen ihre Klasse.

Für die Athletinnen von Bundestrainer Heinz Kuttin geht es am 7. Februar erstmals in Italien um Olympia-Edelmetall. Bei den Männern werden zwei Tage später die ersten Medaillen vergeben.