Kondome bei Olympia haben eine lange Tradition - hier bei den Winterspielen von Vancouver 2010. (Archivbild)

Der hohe Verbrauch an Gratis-Kondomen bei Olympia in Cortina d’Ampezzo amüsiert auch die Athletinnen und Athleten – und das Internationale Olympische Komitee. «Das Klischee ist, dass der Valentinstag im olympischen Dorf im vollen Gange ist», sagte IOC-Sprecher Mark Adams mit einem Augenzwinkern. «Es ist die Regel 62 der Olympischen Charta, dass es eine Kondomstory geben muss.» Bei jeder Ausgabe der Olympischen Spiele sind die Gratis-Kondome wieder ein großes Thema.

Im olympischen Dorf in Cortina seien die mehreren Tausend Präservative mit dem Olympia-Logo, die für die Sportlerinnen und Sportler zur Verfügung gestellt wurden, alle weg, hatte die Tageszeitung «La Stampa» berichtet. Unklar ist, ob es Nachschub geben wird. «Schneller, höher, weiter – gemeinsam», zitierte Adams das olympische Motto. «10.000 wurden benutzt, 2.800 Athleten – man kann es sich ausrechnen.»

Kondome als Souvenirs?

Eine Theorie, wie es dazu kommen konnte, äußerte die Skirennfahrerin Mialitiana Clerc aus Madagaskar, die aus Cortina zugeschaltet bei der gleichen Pressekonferenz Fragen beantwortete. «Als ich es auf Instagram gesehen habe, war es sehr, sehr witzig», sagte sie. «Ich war nicht so sehr schockiert, ich weiß, dass viele Menschen bei Winterspielen Kondome nutzen.»

Clerc erinnerte sich an die Spiele von Peking vor vier Jahren. «Es gab Kartons mit Kondomen am Eingang eines jeden Gebäudes», sagte sie. Diese seien jeden Tag aufs Neue wieder leer gewesen. «Vielleicht nehmen sie sie auch nur als Geschenk für ihre Freunde außerhalb von Olympia mit.»

Zum ersten Mal lagen 1988 bei den Sommerspielen im südkoreanischen Seoul Kondome für die Athletinnen und Athleten parat. Bei den Spielen 2024 in Paris sollen es etwa 300.000 gewesen sein.