Für Trainer Alexander Blessin war das bittere 2:3 (0:1) seines FC St. Pauli bei Borussia Dortmund nur schwer zu ertragen. «Extrem bitter», stöhnte der Gäste-Coach und schimpfte insbesondere auf Schiedsrichter Harm Osmers – nicht nur wegen des für den BVB in der Nachtspielzeit gegebenen Foulelfmeters. «Da soll mir mal einer sagen, ob das jetzt auf der Linie war oder nicht. Ich habe keine Kameraeinstellung gesehen, wo man das sicher sehen kann», motzte Blessin.
Ein von Osmers gepfiffener Freistoß für Dortmund nach Foul des eingewechselten Ricky-Jade Jones an BVB-Angreifer Maximilian Beier war vom Videoschiedsrichter auf die Strafraumgrenze gelegt und damit in einen Strafstoß verwandelt worden. BVB-Kapitän Emre Can erzielte in der fünften Minute der Nachspielzeit den späten und glücklichen Siegtreffer. Selbst Dortmund-Coach Niko Kovac fühlte mit seinem Kollegen: «Wäre ich in seiner Situation, hätte ich es genauso gesehen.»
Zuvor hatten die Gäste, die durch die Niederlage bei allerdings auch einem weniger absolvierten Spiel als die Konkurrenten auf den letzten Tabellenplatz rutschten, aus einem 2:0 für den Favoriten noch durch Tore von James Sands (62.) und Jones (71.) ausgeglichen. Julian Brandt (45.+1) und Karim Adeyemi (54.) hatten für Dortmund getroffen.
Schlotterbeck-Einsteigen nur mit Gelb geahndet
Allerdings hätte Dortmund nach Meinung von Blessin schon früh nur noch zu zehnt spielen müssen, weil Nico Schlotterbeck St. Paulis Arkadiusz Pyrka in der 15. Minute sehr rüde gefoult hatte. «Da ist alles gegeben: Er spielt den Ball nicht, knöchelhoch, im Normalfall ist der Fuß dann auch ab. Und dann sprechen wir auch darüber, dass es nach einer Viertelstunde eine Rote Karte ist», schimpfte Blessin, der am kommenden Freitag mit seinem Team im Hamburger Derby auf den HSV trifft.
«Jetzt müssen wir uns schütteln», sagte der St.-Pauli-Coach: «Natürlich spiele ich am Freitag jetzt lieber gleich gegen HSV als gegen eine andere Mannschaft. Ab morgen geht der Fokus aufs Derby.»

