Im Nebel von Nove Mesto endete die Olympia-Generalprobe der Biathleten.

Erschöpft saß Franziska Preuß im Schnee und schob ihre Brille nach oben. Die Biathlon-Gesamtweltcupsiegerin hatte sich im letzten Rennen vor den Olympischen Spielen zwar spürbar verausgabt. Mit der ganz großen Portion Selbstvertrauen verlässt sie die Generalprobe im tschechischen Nove Mesto allerdings nicht.

Drei Fehler leistete sich Preuß und verpasste mit dem 13. Rang eine Top-Platzierung deutlich. Der Rückstand auf die im Massenstart siegreiche Französin Julia Simon, die sich vor Teamkollegin Océane Michelon (jeweils 1 Fehler) durchsetzte, betrug fast eineinhalb Minuten.

Welche Schlüsse lassen sich aus diesem Rennen ziehen? «Das ist schwierig zu sagen», entgegnete Preuß auf diese Frage in der ARD. «Es war jetzt schon noch einmal eine gute Ausbelastung, aber es war sehr zäh – und ich war dann auch körperlich angeknockt. Da kam einfach viel zusammen.»

Unter Zugzwang

Schon nach ihren ersten beiden Fehlschüssen im zweiten Liegendanschlag blickte Preuß etwas ungläubig in Richtung der Scheiben. «Ich denke, da habe ich zu spät reagiert», sagte sie. Bei der letzten Einlage sei sie dann unter Zugzwang gewesen – und musste eine weitere Extra-Runde drehen. «Da habe ich die Nerven dann nicht behalten.»

Vor dem Start des Jahreshöhepunktes in Antholz ab dem 8. Februar stehe erst einmal die Erholung im Vordergrund. Zudem dürfte es für die Bayerin darum gehen, fit zu bleiben. Zu häufig wurde sie in der Vergangenheit von ihrer Gesundheit ausgebremst. «Es wird spät, bis wir heimkommen. Ich muss jetzt noch zur Dopingkontrolle – wenn es läuft, dann läuft’s», sagte Preuß etwas angefressen. «Dann möchte ich erstmal ein, zwei Tage abschalten.»

Fichtner steckt Disqualifikation gut weg

Das dürfte auch die Devise bei Marlene Fichtner sein. Die 22-Jährige erlebte turbulente Tage. Sie belegte nach zwei Fehlern im Massenstart den 21. Rang. Tags zuvor hatte die gebürtige Münchnerin für eine Disqualifikation des deutschen Single-Mixed-Teams gesorgt. Fichtner und ihrem Partner Leonhard Pfund war der vermeintliche Sieg wegen eines Regelverstoßes aberkannt worden. 

«Beim Laufen habe ich mich nicht mehr ganz so frisch gefühlt. Es hat jetzt schon an der Substanz genagt, auch emotional. Das merkt man schon, dass es nicht mehr so leicht von der Hand geht», sagte Fichtner, die anders als Preuß bei den Spielen nicht im Einsatz sein wird.

Deutschlands beste Biathletin darf aber trotz des Dämpfers auch mit Hoffnung nach Italien reisen. Denn der dritte Platz im verkürzten Einzel am Freitag war ein Mutmacher für die bald beginnende Medaillenjagd.