Die Causa Johannes Golla sorgt weiter für Wirbel im Handball. Nun schaltet sich der beste Spieler der Welt ein und fordert Änderungen der Transferregeln.
Berlin (dpa) –
Der Wirbel um Nationalmannschaftskapitän Johannes Golla lässt die Forderungen nach einer Reform der Transferregeln in der Handball-Bundesliga immer lauter werden.
«Wir brauchen dieses Transferfenster. Für mich ist es ein bisschen problematisch, dass wir Verträge drei, vier Jahre im Voraus machen, denn man sieht jetzt bei Johannes Golla, dass immer viel im Leben passieren kann, auch mit deiner Familie. Deshalb brauchen wir eine neue Diskussion darüber, wie wir das in der Zukunft besser lösen können», forderte der dreimalige Welthandballer Mathias Gidsel von den Füchsen Berlin in der «Sport Bild».
Neu entfacht wurde die Debatte durch den Fall Golla. Der 28 Jahre alte Kreisläufer möchte die MT Melsungen nur wenige Monate nach seinem Wechsel von der SG Flensburg-Handewitt wieder verlassen und zu seinem früheren Verein zurückkehren. Als Auslöser führte er nun familiäre Gründe an und sprach auch darüber, dass seine «mentale Gesundheit ernsthaft gefährdet» sei. Gollas Wechsel im Sommer 2026 war bereits im Dezember 2024 offiziell verkündet worden.
Gidsel: «Wir brauchen auch ein System»
Im Handball werden Spielerwechsel häufig schon Jahre im Voraus vereinbart. Handball-Ikone Stefan Kretzschmar bezeichnete diese Entwicklung als «katastrophal». Meister SC Magdeburg gab etwa im August bekannt, den Franzosen Thibaud Briet zur Saison 2028/29 zu holen. Auch Gidsels Transfer nach Berlin stand bereits ein Jahr vorab fest.
«Transfers sind gut im Handball, Geld kommt rein, aber wir brauchen auch ein System, wie wir damit umgehen», forderte Gidsel. «Ich finde, es ist eine Diskussion wert, auf einem höheren Niveau als nur in den Medien.»
Auch im Präsidium der Handball-Bundesliga war die Einführung eines Transferfensters zuletzt Thema. Nach dpa-Informationen lehnt die Liga allerdings einen Alleingang ab und bevorzugt eine europäische Lösung.
