Alfred Gislason feiert mit Deutschlands Handballern den Einzug in die EM-Hauptrunde.

Nach dem Einzug in die EM-Hauptrunde hat Handball-Bundestrainer Alfred Gislason mit einem Seitenhieb auf die Aussagen des ehemaligen DHB-Vizepräsidenten Bob Hanning reagiert. «Vielleicht hätte er sich lieber ein bisschen mehr auf die Italiener konzentrieren sollen», sagte der Isländer mit einem Sieger-Grinsen nach dem Erfolg über Spanien und dem Vorstoß in die zweite Turnierphase mit der maximalen Punkteausbeute.

In seiner Funktion als Kolumnist der «Bild»-Zeitung hatte Hanning die Leistung der deutschen Handballer nach dem verkorksten zweiten Vorrundenspiel gegen Serbien kritisiert und den Druck auf Gislason maximal erhöht. «Es geht um die Zukunft dieser Mannschaft, es geht um die Zukunft des Bundestrainers und es geht um nicht weniger als die Zukunft unserer Sportart», sagte Hanning.

Kritik auch von Kretzschmar

Die von allen Seiten hochgelobte Kaderbreite sei nichts wert, wenn man sie nicht sinnvoll nutzte. «Selbst unserer so hochgelobten Defensive fehlte am Ende der Überblick», sagte Hanning über fehlende Struktur. Andere Experten um die früheren Nationalspieler Stefan Kretzschmar hatten sich der Kritik angeschlossen.

Während sich Deutschland in die Hauptrunde zitterte, müssen Hanning und Italien nach der Vorrunde die Heimreise antreten. Nach einer Niederlage gegen Island und gegen Ungarn haben die Azzurri bei ihrer ersten EM-Teilnahme seit 1998 keine Chance mehr auf die zweite Turnierphase. 

Hanning unzufrieden mit Gislason EM-Nominierung

Schon vor dem Turnier hatte es ein paar Unstimmigkeiten zwischen dem Geschäftsführer des deutschen Meisters Füchse Berlin und Gislason gegeben. Hanning hatte den Isländer scharf dafür kritisiert, dass er auf Linksaußen Lukas Mertens und Rune Dahmke und nicht Berlins Tim Freihöfer nominiert hatte. «Hier ist alles außer Kraft gesetzt worden, was Fairness und Inhalt angeht», befand Hanning.

Dahmke kommt bislang kaum zum Einsatz – auch, weil er angeschlagen ist. Mertens machte ein starkes Spiel gegen Spanien. Gislason hatte seine Entscheidung gegen Freihöfer verteidigt und verwundert auf Hannings Aussagen reagiert. «Jeder sieht seinen Verein aus eigener Perspektive. Es ist aber schon ungewöhnlich, dass ein anderer Nationaltrainer unsere Entscheidungen öffentlich kritisiert», hatte der 66-Jährige geantwortet.