Titelträger kann sich nicht gegen Saudi-Arabien währen
Das Spiel der Gruppe H im Miami-Stadion brachte für Uruguay einen erheblichen Schreck moment auf, bevor am Ende doch noch alles ‚gut‘ ausging. Die favorisierten Südamerikaner sowie Trainer Marcelo Bielsa traf auf Saudi-Arabien und gerieten in der 41. Minute durch Al-Amri in Rückstand. Erst spät kamen sie durch einen Treffer von Maximiliano Araujo in der 80. Minute noch zum 1:1.
Tore: Al-Amri für Saudi-Arabien, Araujo für Uruguay.
Zähe Anfangsphase, dann Saudi-Arabiens Führung
Schon vor dem Anpfiff war klar, dass die schwülen Temperaturen in Miami eine große Rolle spielen würden. Uruguay wirkte in der Hitze über weite Strecken harmlos, während Saudi-Arabien mutiger wurde und immer öfter selbst den Weg nach vorn suchte. Bis auf einen Kopfball von Federico Vinas in der 30. Minute versprühte Uruguay lange kaum Gefahr, und die Zuschauer auf den Rängen unterhielten sich derweil mit „La Ola“ selbst.
Die Passivität der Südamerikaner rächte sich aber, nach einer Ecke entstand im uruguayischen Strafraum ein großes Durcheinander, das Al-Amri eiskalt zum 1:0 nutzte. Der Treffer fiel in der 41. Minute, Torwart Fernando Muslera war beim Abstauber aus so kurzer Distanz chancenlos.
Zweite Halbzeit: Uruguays Sturmlauf und Al-Owais‘ Heldentaten
Nach der Pause reagierte „El Loco“ Bielsa mit Umstellungen und frischen Kräften- plötzlich trat Uruguay deutlich entschlossener auf. Während die erste Hälfte sehr ereignisarm verlief, spielte im zweiten Durchgang ausschließlich die Celeste. Doch vor dem Tor fehlte zunächst das Glück: Mit gleich mehreren gezielten Schüssen ließen die Männer von Bielsa keinen Treffer liegen. Saudi-Arabiens Schlussmann Mohammed Al-Owais war es, an dem Uruguay reihenweise scheiterte, mit insgesamt neun teilweise spektakulären Tor-Versuchen.
Erst spät kam die Erlösung: In der 80. Minute hämmerte Maximiliano Araujo einen Abpraller aus spitzem Winkel zum 1:1 ins lange Eckö- ein Treffer, der absolut hochverdient war. In den Schlussminuten drängte Uruguay sogar noch auf mehr, doch Al-Owais hielt den Punkt für die Saudis fest.
Statistik-Highlights
Die Wende kam aus dem Nichts: Bis zur 80. Minute schien Saudi-Arabien auf dem besten Weg zur nächsten großen WM-Überraschung zu sein, die Südamerikaner kamen trotz einer Vielzahl an Chancen lange nicht über die enttäuschende Führung der Arabischen Falken hinaus. Bemerkenswert ist auch der historische Bezug, Saudi-Arabien hatte bereits vor vier Jahren zum Auftakt den späteren Weltmeister Argentinien geschlagen – diesmal blieb die ganz große Sensation nur knapp aus.
Fazit: Was bedeutet das für beide Teams?
Für Uruguay überwiegt die Erleichterung über den geretteten Punkt die Zufriedenheit mit der Leistung. In der zweiten Hälfte waren die Südamerikaner zwar drauf und dran, das Spiel zu drehen, scheiterten aber immer wieder am stark aufspielenden Al-Owais. Der Auftakt zeigt damit deutliche Schwächen in der ersten Halbzeit, die im weiteren Turnierverlauf teuer werden könnten.
Für Saudi-Arabien dagegen fühlt sich das 1:1 fast wie ein kleiner Sieg an. Die Grünen Falken überraschten jedem im Spiel, gegen einer der Turnierfavoriten. Für beide Teams geht es schon bald weiter: Saudi-Arabien trifft am 21. Juni auf Spanien, Uruguay empfängt am 22. Juni Kap Verde – der Druck in Gruppe H bleibt nach diesem dramatischen Auftakt für alle Beteiligten hoch.
