Eine Stadt. Ein Valley. Eine Region, die größer ist als ihr Name.
Wenn man „San Francisco“ sagt, meint man eigentlich die halbe Westküste. Die Stadt selbst ist klein, hügelig und chronisch verregnet im Juni – aber die Region drumherum zählt über sieben Millionen Menschen, spricht hunderte Sprachen und hat Fußball noch nie als Europäischen Import behandelt. Das San Francisco/ Bay area 2026 WM-Stadion liegt in Santa Clara, im Herzen des Silicon Valley.
Bezahlt wird mit US-Dollar ($), die Zeitzone ist Pacific Time (neun Stunden hinter Mitteleuropa). Für die Einreise aus der EU braucht man ein ESTA oder ein Visum, das rechtzeitig beantragt werden sollte. Das Klima im Juni ist nördlicher Küste entsprechend zweigeteilt: San Francisco selbst ist oft mit starkem Nebel bedeckt und windig, Tageshöchstwerten betragen teilweise unter 20 Grad. Santa Clara und das Valley dagegen liegen im Landesinneren und können an guten Tagen deutlich wärmer als San Francisco werden.
Die Bay Area hat keine U-Bahn im klassischen Sinne, aber ein weitverzweigtes Netz aus BART, Caltrain und VTA Light Rail. Wer plant das Spiel mit Öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen, muss in San Francisco rund eineinhalb Stunden einplanen; zwar eine etwas längere und umständlichere fahrt- dafür aber verlässlich. Wer das ignoriert und mit dem Auto kommt, sitzt lange im Stau und wird es schwer haben einen Parkplatzt zu finden.
Wusstest du: Die Bay Area hat die WM bereits 1994 erlebt – damals im Stanford Stadium in Palo Alto? Das Stadion fasste damals 84.000 Zuschauer und war der Schauplatz einiger der lautesten Atmosphären des gesamten Turniers.
Die Bay Area war schon mal dabei – 1994
Dreißig Jahre liegt es zurück, aber die Menschen Einwohner der Stadt erinnern sich. Das Stanford Stadiumwar 1994 einer der WM-Spielorte, und die Bilder aus dieser Zeit gehören zur kollektiven Erinnerung einer Region, die Fußball nie als Fremdkörper verstanden hat. Die lateinamerikanische Bevölkerung der Bay Area ist groß, divers und seit Jahrzehnten vor Ort, nicht nur die ‚community‘, sondern die Liebe zum Fußball wächst auch jedes Jahr.
Jetzt kehrt das Turnier zurück, mit einem neuen Stadion, neuer Technologie und einer Region, die in den letzten dreißig Jahren noch globaler geworden ist. Das Stanford Stadium von 1994 steht immer noch, wer einen freien Tag hat kann nach Palo Alto fahren und es umsonst besichtigen.
Das Stadion – Jetzt offiziell: San Francisco Bay Area Stadium
Das neuere Levi’s Stadium in Santa Clara trägt für die Dauer des Turniers den offiziellen FIFA-Namen „San Francisco Bay Area Stadium“ – eine Umbenennung, die wie bei allen WM-Spielorten dem FIFA-Standard entspricht, kommerzielle Sponsor Namen während des Turniers zu neutralisieren.
Das Stadion öffnete im Juli 2014 zu Baukosten von rund 1,3 Milliarden Dollar. Was das Stadion von fast allen anderen WM-Spielorten unterscheidet, ist nicht die Größe – die Kapazität liegt bei 68.500 und ist erweiterbar auf rund 75.000 für Großevents– sondern der Ansatz. Das Stadion war eines der ersten NFL-Venues, das die LEED-Gold-Zertifizierung erhielt, der höchste internationale Standard für nachhaltige Architektur. Auf dem Dach des Suite-Turms liegt ein 2.500 Quadratmeter großes bepflanztes Gründach aus 16 einheimischen Pflanzenarten, das den Kühl- und Heizaufwand natürlich reguliert. Allein die Solaranlage auf dem Dach der Arena deckt den gesamten Strombedarf aller Heimspiele der 49ers ab. Das Stadion steht in einer Region, die Nachhaltigkeit nicht als Trend behandelt, sondern seit Jahrzehnten als Selbstverständlichkeit.
Die Spiele und die Gruppen
Santa Clara richtet sechs Spiele aus – fünf in der Gruppenphase und ein Sechzehntelfinale am 1. Juli.
Der Plan:
- 13. Juni: Katar vs. Schweiz (Gruppe B)
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- Juni: Österreich vs. Jordanien (Gruppe J)
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- Juni: USA vs. Australien (Gruppe D)
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- Juni: Algerien vs. Österreich (Gruppe J)
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- Juni: Paraguay vs. Australien (Gruppe D)
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- Juli: Sechzehntelfinale
Das Spiel USA vs. Australien am 19. Juni dürfte die lauteste Atmosphäre des gesamten Bay-Area-Programms erzeugen, ein Heimspiel und zwei Welten sowie Fanbases, die aufeinandertreffen. Das Sechzehntelfinale am 1. Juli schließt das Programm ab und bringt den Spielort noch einmal in die K.o.-Phase.
Fans – Wen trifft man in Santa Clara?
Amerikanische Fans
Die USA spielen in Santa Clara ihr zweites Gruppenspiel, und die Bay Area ist kein unbekanntes Terrain für den amerikanischen Fußball. Der San Jose Earthquakes – einer der Gründungsvereine der MLS – hat hier seit 1996 Heimrecht. Die Fanbasis ist real, langjährig und nicht vergleichbar mit dem gelegentlichen Fußballtourist, der nur wegen der WM auftaucht.
Lateinamerikanische Fans
Die Bevölkerung des Silicon Valley ist zu einem erheblichen Teil lateinamerikanisch – in Santa Clara, San Jose und den Städten südlich davon ist das nicht nur Statistik, sondern Alltagsrealität. Paraguay und Australien bringen beim Sechzehntelfinale am 1. Juli eine Begegnung, die für paraguayische Fans aus der gesamten Westküste zum Pflichttermin wird. Die Gemeinde ist da und sie sind bereit.
Deutschsprechende Fans
Österreich spielt zweimal in Santa Clara, und die österreichische Diaspora in der Bay Area – kleiner als die lateinamerikanische, aber präsent und organisiert – wird beide Spiele mit eigener Lautstärke begleiten. Die Schweiz spielt zwar nur einmal hier, aber die Fanbasis der Schweizer in Nordamerika ist auch gut vernetzt und reist.
Nach dem Spiel – die Bay Area bei Nacht
The Chieftain Irish Pub in San Francisco, ist einer der verlässlichsten Fußball-Orte der Stadt. Frühmorgendliche Premier-League-Übertragungen, gute Küche, und eine Stammkundschaft, der man das Wissen über das Spiel nicht erklären muss.
Santana Row in San Jose liegt keine zehn Minuten vom Stadion entfernt und ist für die WM als offizielle Fan-Destination aktiviert. Screenings in über 15 Restaurants und Bars verteilt, FIFA-Pop-ups und thematische Menüs durch die gesamten Turniers Wochen hindurch. Kein Großveranstaltungscharakter, aber solide für alle, die nach dem Spiel in der Nähe des Stadions bleiben wollen.
Thrive City in Mission Bay ist die spektakulärste Option: 30.000 Quadratmeter Sportbar mit einer 130 Quadratmeter großen Hauptleinwand, Fußballsimulatoren, Tischkicker und DJ-Sets vor und nach jedem Spiel. Direkt an der Bucht, mit der San Francisco Skyline im Rücken, besonders spaßig für Familien da es so viele interaktive Möglichkeiten gibt.
Pier 39 am Fisherman’s Wharf ist für alle, die das Spiel nicht vom Touristenbetrieb trennen wollen – oder gar nicht erst versuchen, es zu tun. Leinwand am Wasser, Meeresfrüchte, Möwen, Dutzende Nationen gleichzeitig. Ein Ort, der noch lauter ist als erwartet.
Egal ob Ticket oder nicht
Die Bay Area hat über 30 offizielle Fan Zones, verteilt auf San Francisco, San Jose, Oakland und die weiteren umliegenden Regionen. Die drei großen Zonen in San Francisco – Thrive City, China Basin Park bei Mission Rock und Pier 39 – laufen das gesamte Turnier durch, alle kostenlos zugänglich.
San Pedro Square überträgt alle 104 WM-Spiele kostenlos, wer sich in dieser Region aufhält, und kein Ticket hat, ist trotzdem dabei- vom ersten Anpfiff bis zum Finale.
Das ist die Bay Area: technisch, weitläufig, kosmopolitisch bis in die Vorstädte, und heimlich einer der fußballverrücktesten Orte im ganzen Land. Das Turnier kommt hier nicht als Überraschung. Es war längst überfällig.
