Mittlerweile ist der Vertrag von Sportvorstand Max Eberl beim FC Bayern verlängert. Aufsichtsrat Karl-Heinz Rummenigge erklärt, warum er nicht mit Ja votiert hat.
München (dpa) –
Karl-Heinz Rummenigge hat im Aufsichtsrats des FC Bayern München nicht mit Ja für die Vertragsverlängerung von Sportvorstand Max Eberl gestimmt. «Mich hat etwas irritiert an der Diskussion um Max: Es ist der Eindruck entstanden, der Präsidialausschuss habe die Vertragsverlängerung bereits entschieden und diese Entscheidung nur noch an die übrigen vier Mitglieder des Aufsichtsrats weitergegeben. So läuft es aber nicht», sagte Rummenigge in einem Interview der «Abendzeitung».
«Der Präsidialausschuss kann eine Empfehlung aussprechen – entschieden aber wird im gesamten Aufsichtsrat. Ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich bei der Verlängerung mit Max mit „Nein“ stimmen soll. Erst im Verlauf der Sitzung habe ich mich entschieden, mich zu enthalten. Dazu stehe ich», erklärte Rummenigge, der am Freitag 71 Jahre alt wurde.
Verträge wurden bis 2029 verlängert
«Für mich war wichtig, dass ich meine Entscheidung unabhängig treffe und mich nicht durch eine vorherige Empfehlung präjudizieren lasse», sagte Rummenigge. Im Präsidialausschuss sitzen nicht alle Aufsichtsratsmitglieder. Dieses Gremium kann Empfehlungen aussprechen oder Entscheidungen vorbereiten, diese werden dann aber letztlich im Aufsichtsrat getroffen.
Der Aufsichtsrat des deutschen Fußball-Rekordmeisters hatte Eberls Vertrag ebenso wie den des Vorstandsvorsitzenden Jan-Christian Dreesen (58) um jeweils zwei Jahre bis Mitte 2029 verlängert. Lange war zuvor über die Zukunft von Eberl spekuliert worden.
Rummenigge: Damit habe ich ein Problem
«Der Präsidialausschuss besteht aus fünf Personen: Uli Hoeneß, Herbert Hainer und den Vertretern unserer drei Anteilseigner Adidas, Audi und Allianz. Wenn etwas intern besprochen wird und anschließend als reine Empfehlung ausgesprochen wird, habe ich damit kein Problem», sagte Rummenigge. «Wenn eine solche Empfehlung aber an die Zeitung durchgestochen wird und dadurch der Eindruck entsteht, die Entscheidung sei praktisch schon gefallen, dann habe ich damit ein Problem. Daraus mache ich auch keinen Hehl.»
Auf die Frage, ob er persönlich enttäuscht gewesen sei von Hoeneß oder Hainer, sagte Rummenigge: «Ich weiß nicht, wer das entschieden hat. Ich weiß nur eins: Die Art und Weise, wie es publik gemacht wurde, war nicht in Ordnung. Das habe ich den Beteiligten aber auch mitgeteilt – ich bin ein Freund von offenem Visier.»
