Von Patrick Reichardt und Sandra Degenhardt, dpa
Nach einer Europa-League-Woche ist den beiden Vertretern Hoffenheim und Leverkusen die Müdigkeit anzumerken. Bayer-Stürmer Schick bleibt torlos, dafür gelingt Kramaric ein besonderer Treffer.
Sinsheim (dpa) –
Die TSG 1899 Hoffenheim hat die Torserie von Patrik Schick beendet und Bayer Leverkusen auf dem Weg Richtung Tabellenspitze ordentlich ausgebremst. Die Gastgeber gewannen spät klar mit 3:0 (0:0) und bejubelten neben dem vierten Saisonsieg auch ihr 1000. Bundesliga-Tor.
Dieses erzielte Joker Andrej Kramaric mit einem verwandelten Foulelfmeter in der 79. Minute, ehe Alexander Prass (89.) und Max Moerstedt (90.+6) zum Endstand trafen. Die Werkself blieb wie ihr Stürmer Schick erstmals in dieser Bundesliga-Saison ohne Tor.
27.378 Zuschauer sahen in der Arena in Sinsheim ein Spiel mit lange wenig Höhepunkten und zwischenzeitlich sehr viel Regen. Kurios war die Auswechslung von Referee Daniel Siebert, der wegen einer Verletzung nach 45 Minuten von Robert Hartmann ersetzt wurde.
Hektisch wurde es in den Schussminuten, als Prass Gelb-Rot sah, weil er beim Torjubel sein Trikot auszog. Zuvor war es zu einem heftigen Zusammenstoß von Moerstedt und Leverkusens Loic Badé bekommen, die am Mittelkreis mit den Köpfen zusammenprallten. Beide Profis lagen minutenlang auf dem Rasen, der benommene Badé wurde dann auf einer Trage vom Feld getragen. Moerstedt setzte dennoch den Schlusspunkt.
Viele Wechsel nach Europa-Woche
Beim Duell der einzigen Europa-League-Starter kamen beide Teams aus erfolgreichen Europapokal-Einsätzen. Hoffenheim besiegte Olympique Lyon überraschend deutlich mit 3:0. Leverkusen siegte dank zwei Treffern von Jonas Hofmann mit 2:0 bei OFI Kreta, wo die Kraichgauer zum Saisonstart noch eine blamable Niederlage hinnehmen mussten.
Hofmann saß aber wie viele andere Europa-Protagonisten zunächst auf der Bank, TSG-Coach Christian Ilzer und Leverkusens Carles Martinez rotierten angesichts des dichten Rhythmus kräftig. Auf dem Rasen machten die Gastgeber zu Beginn den stärkeren Eindruck: Adam Hlozek (2.) hatte die erste Chance, köpfte aber etwas zu hoch.
Diaby unsichtbar und verletzt raus
Leverkusens Offensive, von Martinez in den ersten zehn Pflichtspielen zu jeweils mindestens zwei Toren geführt, wirkte diesmal ideenlos. Der wegen Problemen am Oberschenkel verletzungsbedingt ausgewechselte Moussa Diaby wirkte in seinen 40 Minuten unsichtbar. Mittelfeldmotor Ibrahim Maza setzte einmal Torgarant Schick in Szene, doch der Tscheche schoss über das Tor.
Hoffenheim biss sich bei immer stärkerem Regen in die Partie und hatte klar die besseren Chancen. Während Fisnik Asllani (12.) an Bayer-Keeper Mark Flekken scheiterte, traf Hlozek den Pfosten.
Turbulenzen in der Schlussphase
Beide Trainer hatten ordentlich Potenzial in der Hinterhand. Auf Seiten der TSG kamen unter andrem Kramaric und Neu-Nationalspieler Bambasé Conté in die Partie – für Leverkusen Robert Andrich, der auf Kreta noch wegen der Geburt des eigenen Kindes gefehlt hatte.
Nach einem Foul von Edmond Tapsoba an Asllani entschied Hartmann nach Sichtung der Videobilder auf Strafstoß. Kramaric ließ die TSG jubeln, ehe es am Ende noch mal richtig turbulent wurde.
