David Hammersen, dpa
Kommt die Kehrtwende im Fall Ronaldo? Medien berichten von einer Sperre, Portugals Verbandspräsident ist auf Versöhnung aus. Ronaldo selbst trifft für seinen Club und lässt sich nichts anmerken.
Porto (dpa) –
Die Ereignisse um Cristiano Ronaldo beim portugiesischen Fußball-Verband haben sich in den vergangenen Tagen überschlagen. Nur wenige Stunden nach Berichten über eine längere Sperre des Superstars nach dessen Abreise-Eklat von der Seleção, schlug Portugals Verbandspräsident Pedro Proenca am Samstag überraschend ganz andere Töne an.
«Der Verband, der Trainer, alle Teamkollegen sind sich einig: Jeder will Cristiano zurück. Ich erwarte ihn bereits während der internationalen Pause im November», sagte Proenca bei einer Stadioneinweihung in Porto vor Journalisten. Den vorherigen Berichten der Sportzeitung «A Bola» zufolge sei allerdings sogar eine Sperre von bis zu sechs Monaten für den mehrfachen Weltfußballer möglich.
Ronaldo trifft für Al-Nassr
Demnach nach soll der portugiesische Fußball-Verband FPF ein Disziplinarverfahren gegen den Star eingeleitet haben. Zum möglichen Strafmaß und dem weiteren Ablauf des Verfahrens sagte Präsident Proenca: «Das hängt allein von der Disziplinarkommission ab, die als autonomes Gremium die Arbeit erledigen wird.»
Kritik am Verhalten Ronaldos gibt es von dessen früherem Manchester-United-Teamkollegen Gary Neville. «Er muss zur Rede gestellt werden. Ihm muss gesagt werden, dass sein Verhalten nicht in Ordnung ist», sagte Neville im Podcast «The Overlap». «Ich kann nicht hier sitzen und sagen, dass es eine gute Sache war, die er getan hat.»
Und Ronaldo selbst? Der Superstar antwortete am Wochenende in der saudi-arabischen Liga auf dem Platz. Beim ungefährdeten 3:0-Heimsieg von Al-Nassr gegen den Mittelfeld-Club Al-Diriyah FC traf der Portugiese in der 23. Minute zur Führung. Der 41-Jährige ließ sich von dem Trubel um seine Person auf dem Platz nichts anmerken und präsentierte nach seinem 980.-Karrieretor wie gewohnt seinen weltbekannten «Siuuu»-Torjubel.
In seinem Statement aus der vergangenen Woche hatte der Stürmer durchblicken lassen, dass er mit einer Bestrafung oder Sperre rechne. Danach stünde er dem Team aber wieder zur Verfügung.
Nächste Länderspiele im November
Ronaldo hatte in der Länderspielpause für viel Wirbel gesorgt. Nachdem er in der Nations League gegen Norwegen nicht eingesetzt worden war, reiste er aus dem Quartier der portugiesischen Nationalmannschaft vorzeitig ab. In einem ausführlichen Statement bei Instagram warf er dem neuen portugiesischen Nationaltrainer Jorge Jesus daraufhin öffentlich Wortbruch vor.
Wie es nun im Spannungsfeld zwischen Nationaltrainer Jesus, Superstar Ronaldo und Disziplinarkommission weitergeht, bleibt in den kommenden Tagen und Wochen abzuwarten. Im November stünde für Ronaldo zumindest die schnelle Möglichkeit zur Wiedergutmachung an. Dann trifft die Seleção in der Nations League auf Dänemark und Wales. Und bei der Nationalelf möchte er ja noch die 150-Tore-Marke knacken, 146 Mal traf er schon.
