Fußball

Guadalajara & die WM- Ein Guide für Fußballfans

Guadalajara – Mexikos zweitgrößte Stadt und sie weiß es

Guadalajara braucht die WM nicht, um zu wissen, wer sie ist. Die Hauptstadt des Bundesstaates Jalisco ist die Geburtsstadt von Mariachi, Tequila und Fußballleidenschaft. Zwei Stunden nordwestlich von Mexiko-Stadt und über 1.500 Meter über dem Meeresspiegel gelegen, ist Guadalajara wärmer, lauter und ehrlicher als die Hauptstadt Mexico City. Hier kommt Fußball nicht aus dem Fernsehen, sondern von der Straße.

Die Stadt zählt über 1,5 Millionen Einwohner in der Kernstadt und über fünf Millionen in der umlegenden Region. Das historische Zentrum ist kolonial gebaut, mit Kathedralen und Mariachi-Musikern, die hier nicht für Touristen spielen, sondern weil das ihr Platz ist. Guadalajara ist zum dritten Mal WM-Gastgeber – nach 1970 und 1986.

Bezahlt wird in mexikanischen Pesos (MXN). Mexiko ist für europäische Verhältnisse günstig – Essen, Transport und Unterkunft kosten deutlich weniger als in den US-Spielorten. Die Zeitzone ist Central Time, acht Stunden hinter Mitteleuropa. Für die Einreise aus der EU ist kein Visum nötig eine Einreisekarte, die am Flughafen ausgefüllt wird, ist ausreichend. Das Klima im Juni ist warm und zeitweise feucht – Guadalajara liegt in der Regenzone, Nachmittagsgewitter sind möglich, aber kurz; morgens und abends ist es angenehm. Um sich zu bewegen, werden oft Uber und DiDi vorgeschlagen, beide funktionieren in der Stadt zuverlässig und sind günstig.

Advertisement

Das Stadion – El Volcán

Das Estadio Akron heißt bei der WM offiziell ‚Guadalajara-Stadion‘. Inoffiziell heißt es seit seiner Eröffnung El Volcán – der Vulkan. Und das aus gutem Grund- für den Bau wurde ein künstlicher Krater angelegt, für den 70.000 Kubikmeter Erde bewegt wurden. In diesem Krater liegen Parkplatz und Stadion. Von außen sieht man nur die begrünten Wände und das weiße Dach – wie ein Vulkan, der aus der Landschaft ragt.  Entworfen von Populous und dem französischen Designer Jean-Marie Massaud, erinnert die geschwungene Form an einen Vulkan – passend für eine Region am Pazifischen Feuerring.

Die steil ansteigende Tribünenstruktur sorgt für eine intensive Atmosphäre, in der Fans das Spiel hautnah erleben. Die Kapazität liegt bei rund 48.000 Zuschauern.  Das Stadion ist die Heimat von Chivas – einem der beliebtesten und traditionsreichsten Fußballvereine Mexikos, der ausschließlich auf mexikanische Spieler setzt. In einem Land, in dem ausländische Spieler die Liga dominieren, ist das eine Haltung.

Die Spiele und die Gruppen

Guadalajara richtet insgesamt vier Gruppenspiele aus.

Advertisement

Der Plan: 

  • 11. Juni: Südkorea vs. Tschechien (Gruppe A)
  • 18. Juni: Mexiko vs. Südkorea (Gruppe A)
  • 23. Juni: Kolumbien vs. DR Kongo (Gruppe K)
  • 26. Juni: Uruguay vs. Spanien (Gruppe H)

Das Highlight ist klar: Mexiko gegen Südkorea am 18. Juni. Ein mexikanisches Heimspiel in Guadalajara – das ist kein normales Gruppenspiel, das ist ein Ereignis und Erlebnis. Die Stadt dreht sich an diesem Tag nur um dieses eine Spiel. Uruguay gegen Spanien am 26. Juni wird das sportlich interessanteste Match des Spielplans sein– zwei Schwergewichte, die beide mit Ambitionen und einem Latino-temperament ins Turnier gehen.

Fans – Wen trifft man hier?

Mexikanische Fans

Guadalajara ist Chivas-Stadt, und Chivas-Fans sind eine eigene Kategorie. Lautstark, farbenreich und mit einer Verbundenheit zu ihrem Verein, die an manchen Stellen religiöse Züge hat. Wenn die Nationalmannschaft hier spielt, kanalisiert sich diese Energie in etwas noch Größeres. Mexiko Fans bei einem Heimspiel in Guadalajara werden einer, wenn nicht die, lautesten Supporter, die die 2026 WM bieten kann.

Kolumbianische und uruguayische Fans

Kolumbien und Uruguay bringen jeweils Fangemeinden mit, die reisebereit sind. Kolumbianische Fans sind für ihre Lautstärke bekannt, uruguayische für ihre Hartnäckigkeit. Beide Gruppen werden in Guadalajara stark repräsentiert sein und eifrig mitfiebern.

Advertisement

Nach dem Spiel

Tlaquepaque ist der richtige Ort für den Abend nach dem Spiel, ein altes Handwerkerviertel mit Kopfsteinpflaster, bunten Fassaden und Bars, in denen Mariachi nicht Kulisse ist, sondern Programm. Keine zwanzig Minuten vom Stadion entfernt, und eine Welt für sich, mit lokalen Essens Möglichkeiten und Mezcal Touren.

Mercado San Juan de Dios ist die größte überdachte Markthalle Lateinamerikas– Birria-Tacos, frischer Aguas Frescas, Mezcal direkt vom Produzenten und noch so viel mehr. Es ist nahezu unmöglich in dieser Halle nicht etwas zu essen zu finden- wer hier nicht isst, hat Guadalajara nicht verstanden.

La Maestranza in der Innenstadt ist eine der ältesten Bars der Stadt, in einem historischen Gebäude aus dem 19. Jahrhundert reiben sich hier wahre Tequila Feinschmecker zusammen. Mit Stierkampf-Memorabilia an den Wänden hängend, kein Englisch weit und breit zu hören,  weiß man das man in Guadalajara angekommen ist.

Egal ob Ticket oder nicht

Offizielle Fan Zones verteilen sich über die komplette Stadt, das Zentrum wird an Spieltagen zur Fußgängerzone für Fans aus aller Welt gemacht. Wer Sitz Platz im Vulkanergattern konnte, findet in Guadalajara trotzdem seinen Platz – auf Stühlen in Bar oder einfach auf der Straße, wo Fußball in dieser Stadt sowieso am lautesten und authentischsten ist.

Guadalajara ist zum dritten Mal dabei. Die Stadt weiß, wie das geht.