Gianni Infantino pflegt ein gutes Verhältnis zum US-Präsidenten Donald Trump – und steht auch deshalb in der Kritik. Ein US-Politiker stellte im Sommer Nachforschungen an. Nun gibt es ein Update.
Washington (dpa) –
Der Fußball-Weltverband FIFA und Gianni Infantino haben einem Bericht zufolge vom einflussreichen demokratischen Abgeordneten Jamie Raskin angeforderte Dokumente nicht fristgerecht eingereicht. Raskin, ranghöchster Demokrat im Justizausschuss, hatte die FIFA und ihren Präsidenten Infantino nach der WM dazu aufgefordert, bis zum 9. August Informationen über Kontakte zur US-Regierung und Präsident Donald Trump vorzulegen.
Die FIFA habe «bisher keine der vom Ausschuss angeforderten prioritären Dokumente herausgegeben», sagte eine namentlich nicht genannte Sprecherin der Demokraten im Justizausschuss dem Portal «The Athletic». Die Dokumente sollten Aufschluss geben, wie viel Geld die FIFA an die Familie Trump gezahlt hat, Antworten auf zentrale Fragen zur Vergabe des FIFA-Friedenspreises und Erklärungen zum inzwischen gescheiterten FIFA-Investorendeal liefern.
FIFA-Sprecher: Konstruktive Gespräche
Wenn die Demokraten Trumps Republikanern bei den Parlamentswahlen im November die Mehrheit abnehmen sollten, hat Raskin gute Aussichten, den Vorsitz im Justizausschuss zu übernehmen. Dann könnten die Nachforschungen zu Kontakten zwischen Infantino und Trump zusätzliches Gewicht bekommen.
Raskin verlangte damals von Infantino, für eine Befragung im Justizausschuss des Repräsentantenhauses zu erscheinen, wenn dieser in den USA sei. «Die FIFA hat konstruktive Gespräche mit den Mitarbeitern des Repräsentantenhauses geführt. Es gab keinerlei Anzeichen dafür, dass sie mit unserem proaktiven Engagement nicht zufrieden waren», sagte ein Sprecher des Weltverbandes. Man freue sich darauf, weitere offene Fragen zu beantworten.
Viel Wirbel um Balogun-Sperre
Infantino wird vorgeworfen, mit fragwürdigen Gefälligkeiten das Wohlwollen des US-Präsidenten erworben zu haben. Unter der Ägide des Schweizers hatte der Weltverband einen neu eingeführten FIFA-Friedenspreis an den Republikaner verliehen, nachdem dieser keinen Friedensnobelpreis bekommen hatte.
Während der WM gab es Kritik daran, dass die Rotsperre des US-Stürmers Folarin Balogun nach einem Anruf Trumps bei Infantino aufgehoben und damit ein Einsatz des Spielers im Achtelfinale ermöglicht wurde – ein äußerst ungewöhnliches Vorgehen. Nach Darstellung der FIFA wurde die umstrittene Entscheidung von der formal unabhängigen Disziplinarkommission getroffen.
