Franziska van Almsick hat die zunehmenden Hassnachrichten an deutsche Sportlerinnen und Sportler in den sozialen Medien scharf kritisiert. «Ich glaube, da sind wir in eine Sphäre abgedriftet, die man gar nicht mehr in Worte fassen kann. Da heißt es nur noch: Augen und Ohren zu», sagte die frühere Weltklasse-Schwimmerin und stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der Stiftung Deutsche Sporthilfe beim «Ball des Sports» in Frankfurt am Main.
Abfällige Kommentare zu ignorieren, sei allerdings «leichter gesagt als getan. Irgendwie muss man damit leben und schauen, wie man selbst am besten damit klarkommt. Ändern können wir es wahrscheinlich nicht», sagte die 47-Jährige.
Biathlon-Duo berichtet von Hassnachrichten
Bei den Olympischen Winterspielen hatte Biathletin Franziska Preuß nach dem letzten Rennen ihrer Karriere von Anfeindungen im Netz berichtet. «Dieser Psychoterror, den man da durchmacht und die Tatsache, dass dann jeder sagt: ‚Schau ja nicht in Social Media, was über Dich geschrieben wird!‘, da denkt man sich: krass!», sagte die 31-Jährige. Manchmal würden «definitiv Grenzen überschritten». Zuvor hatte mit Vanessa Voigt eine weitere Biathletin über ähnliche Erfahrungen berichtet.
Van Almsick, die in ihrer aktiven Zeit mit einigen negativen Schlagzeilen in den Medien konfrontiert worden war, sieht darin ein generelles gesellschaftliches Problem. «Wenn man heute in der Öffentlichkeit steht, muss man gucken, was man sagt. Manchmal traut man sich gar nicht, Dinge anzusprechen, weil man immer davon ausgehen muss, dass Leute das nicht gut finden», sagte sie. Kritik sei zwar okay. «Aber es geht immer um die Art und Weise, wie man kommuniziert», so van Almsick.

