Markus Wasmeier kann nachvollziehen

Er kennt den bitteren Moment selbst nur zu gut: Der zweimalige Olympiasieger Markus Wasmeier hat sein Mitgefühl mit Skirennfahrerin Lena Dürr nach dem Slalom-Drama bei den Olympischen Winterspielen in Italien ausgedrückt. «Da hat sie jetzt einer der schlimmsten Momente getroffen», sagte der 62-Jährige der Deutschen Presse-Agentur.

Dürr hatte als Zweitplatzierte nach dem ersten Lauf im zweiten Durchgang bereits am ersten Tor eingefädelt. Der Traum vom ersten Einzel-Edelmetall bei Olympischen Spielen war für Dürr damit geplatzt. «Dieser Sport kann ganz schön gnadenlos sein», sagte Wasmeier und fügte hinzu: «Jetzt wird absolute Leere drin sein in ihr und Traurigkeit und das ist halt eine schreckliche psychische Situation.» Es siegte die US-Dominatorin Mikaela Shiffrin.

«Kommst dir vor, als wenn du irgendwo im Weltall ausgesetzt wärst»

Wasmeier war 1988 bei den Winterspielen in Calgary als Topfavorit im Super-G ein ähnliches Missgeschick passiert wie Dürr. Er fädelte beim ersten Tor ein. «Das Déjà-vu ist gleich gekommen bei mir. Das ist so unfassbar als Athlet. Du kommst dir vor, als wenn du irgendwo im Weltall ausgesetzt wärst», sagte Wasmeier.

In seinem Fall gab es ein Happy End: Sechs Jahre nach dem Drama bei Olympia in Calgary konnte Wasmeier seinen Traum von einer Goldmedaille doch noch erfüllen. In Lillehammer 1994 bejubelte er sowohl im Riesenslalom als auch im Super-G Gold.

Diese Chance erhält Dürr nicht mehr. Sie kündigte nach dem Slalom-Drama an, dass die Winterspiele in Italien ihre letzten waren.