Bei der Siegerehrung kämpfte Laura Nolte mit Tränen der Enttäuschung.

Nach dem Millimeter-Krimi ohne Happy End will sich Monobob-Fahrerin Laura Nolte nicht ewig mit dem verpassten Olympiasieg beschäftigen. «Erstmal muss man der Enttäuschung auch einen Raum geben. Das ist auch völlig okay», sagte die Olympia-Zweite im Monobob. Dann wolle sie die Negativ-Erfahrung «auch abhaken und sich am besten mit positiven Leuten umgeben, die einen auf andere Gedanken bringen, was leckeres Essen, gut schlafen und dann ist morgen ein neuer Tag», brachte es die 27-Jährige wie immer klar auf den Punkt.

Emotional zu knabbern hatte sie aber dennoch, nachdem sie um nur vier Hundertstelsekunden den ersten deutschen Olympiasieg in dieser Disziplin verpasst hatte. «Es war halt die ganze Zeit mein Ziel, eine Medaille zu gewinnen. Und da hätte ich mich eigentlich auch mit Bronze oder Silber zufriedengegeben. Nachdem Gold jetzt so zum Greifen nahe war und ich wirklich drei Superläufe davor hingelegt habe, wollte ich jetzt halt auch durchziehen. Deswegen fühlt es sich jetzt erst mal wie verlorenes Gold an», sagte die Weltcup-Gesamtsiegerin 

«Hätten es auch zeitgleich machen können»

Dass nun ausgerechnet zwei Athletinnen mit 41 und 40 Jahren ihr das Leben so schwer machten, damit war nicht zu rechnen. «Ja, echt krass, was Elana jetzt auch am Start nochmal gemacht hat, das ist auch sehr überraschend. Es gab kein einziges Weltcuprennen, in dem sie schneller war am Start als ich», sagte Nolte über Olympiasiegerin Elana Meyers Taylor, die bei ihren fünften Winterspielen nach drei Silber- und zwei Bronze-Medaillen endlich am Ziel ihrer Träume angekommen ist. 

Dennoch freue Nolte sich für sie: «Sie ist wirklich ein sehr netter Mensch, eine klasse Sportlerin und sie jagt ja auch schon lange das Gold. Aber dann hätten wir es ja auch zeitgleich machen können.» Bronze ging acht Hundertstel hinter Nolte an die 40 Jahre alte dreimalige Olympiasiegerin Kaillie Armbruster Humphries aus den USA.