Ex-Boxweltmeister Wladimir Klitschko hat nach dem Ausschluss von Skeleton-Fahrer Wladislaw Heraskewytsch nach dem Helm-Streit das Verhalten des Internationalen Olympischen Komitee scharf kritisiert. «Dabeisein ist alles. Für russische und belarussische Athleten, aber für die getöteten ukrainischen Sportler ist nicht einmal Gedenken erlaubt», monierte der 49-Jährige bei «Bild».
Bei den Gedanken an sein Olympia-Gold von 1996 im Superschwergewicht in Atlanta verspüre Klitschko daher derzeit eher «keinen Stolz mehr, sondern Scham». «Das IOC schützt keine Neutralität, es schützt sein Image», betonte er. «Die Gesichter der ukrainischen Athleten, die ihr Leben für die Freiheit gegeben haben, sind ‚zu politisch‘ für Ihre perfekte TV-Show. Der olympische Idealismus geht im kalten Kalkül des globalen Sportbusiness verloren.»
Heraskewytsch wegen Bildern auf dem Helm ausgeschlossen
Heraskewytsch war im Disput um seinen Kopfschutz mit Bildern von im Krieg gegen Russland getöteten Sportkollegen nicht auf Kompromissvorschläge des IOC eingegangen und daher vom olympischen Wettbewerb ausgeschlossen worden. Diese Entscheidung traf der zuständige Weltverband IBSF. Der 27-Jährige konnte seine Akkreditierung für die Winterspiele in Italien jedoch behalten.

