US-Sportler sehen sich während Olympia mit Hass-Attacken konfrontiert.

Die US-Olympiateilnehmer erhalten eine wachsende Zahl von Hass-Nachrichten. Es werde das Bestmögliche getan, um die Attacken in sozialen Medien zu entfernen und ernstzunehmende Drohungen an die Strafverfolgungsbehörden weiterzuleiten, teilte das Olympische und Paralympische Komitee der USA (USOPC) der Nachrichtenagentur AP mit. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump den amerikanischen Ski-Freestyler Hunter Hess auf seiner Plattform Truth Social als «echten Loser» (Verlierer) bezeichnet.

«Das USOPC steht fest hinter den Athleten des Teams USA und setzt sich weiterhin für ihr Wohlergehen und ihre Sicherheit ein, sowohl auf als auch neben den Wettkampfstätten», hieß es in einem Statement der Dachorganisation. Der Auftritt der US-Delegation bei den Winterspielen in Italien wird von internationaler Kritik an der Linie der Trump-Regierung überschattet. Mehrere US-Athleten hatten sich kritisch über die politische Lage in ihrer Heimat geäußert.

Vor allem das teils brutale Vorgehen der Einwanderungsbehörde ICE gegen Migranten in den USA steht im Mittelpunkt der Debatte. Ski-Freestyler Hess sagte, es rufe «gemischte Gefühle» hervor, die USA im Moment zu vertreten. «Nur weil ich die Flagge trage, heißt das nicht, dass ich alles repräsentiere, was gerade in den USA passiert», sagte der 27-Jährige.

Youtuber Jake Paul attackiert US-Freestyler

Trump reagierte darauf scharf. Es sei schade, dass Hess dabei sei, schrieb der US-Präsident. «Es ist sehr schwer, jemanden wie ihn anzufeuern.» Auch einige Vertreter des konservativen Lagers hatten US-Sportler, die sich kritisch über die Lage in ihrer Heimat äußerten, attackiert. Der prominente Youtuber Jake Paul, der auch als Boxprofi aktiv ist, schrieb auf der Plattform X an Hess gerichtet: «Von allen echten Amerikanern: Wenn Du dieses Land nicht repräsentieren willst, dann zieh doch woanders hin.» Paul hat bei X 4,4 Millionen Follower.

Die zweimalige Snowboard-Olympiasiegerin Chloe Kim, deren Eltern Einwanderer sind, zeigte sich betroffen über die Debatte. «Die USA haben meiner Familie und mir so viele Möglichkeiten eröffnet, aber ich finde auch, dass wir das Recht haben, unsere Meinung zu den aktuellen Ereignissen zu äußern», sagte die 25-Jährige.