Einst fuhr Sarah Schleper mit ihrem Sohn auf dem Arm die Piste hinunter, nun schreibt sie mit ihm Olympia-Geschichte. Die Skirennfahrerin bestreitet in Italien ihre siebten Winterspiele – und sorgt gemeinsam mit dem 18-jährigen Lasse Gaxiola dabei für ein Novum. Mutter und Sohn als Aktive bei den gleichen Winterspielen – das gab’s nach Angaben der Organisatoren noch nie. «Sehr emotional» sei das für beide, sagte die 46-Jährige. Bei der Eröffnungsfeier am Freitag hatte Schleper die mexikanische Fahne getragen.
«Es war ein Ziel, das wir schon seit vielen Jahren hatten», sagte Schleper über den gemeinsamen Olympia-Start in Norditalien. «Überwältigend» fühle sich das an. Irgendwie auch normal und doch wie «etwas ganz Besonderes».
Im Kleid mit dem Sohn auf dem Arm
Schleper hatte ihre Karriere im Dezember 2011 eigentlich schon beendet. Beim Slalom-Weltcup im österreichischen Lienz war sie statt im Rennanzug nur in einem Kleid angetreten, hatte an einer Zwischenzeit abgestoppt und war von da an mit ihrem damals dreijährigen Sohn auf dem Arm weitergefahren.
Später nahm die in den USA geborene Athletin die Staatsbürgerschaft ihres mexikanischen Ehemannes an, kehrte vereinzelt in den Weltcup und vor allem zu Großevents mehrfach auf die internationale Ski-Bühne zurück.
Schleper: «Meine Haare sind grau, das ist alles»
Um die vorderen Plätze dürften in Cortina d’Ampezzo und Bormio weder Schleper noch der im Weltcup bisher gänzlich unerfahrene Gaxiola mitfahren. Voller Vorfreude sind sie dennoch. «Meine Haare sind etwas grau, das ist alles. Ich fühle mich gut», sagte Schleper. Sie sei gespannt und wolle ihr Bestes geben. «Ich denke, ich fahre immer noch ziemlich gut Ski, wenn man bedenkt, dass ich nicht so viel trainiere wie die jüngeren Athletinnen.»
So oder so sei es «eine große Ehre, bei so vielen Olympischen Spielen dabei gewesen zu sein», sagte sie. «Für mich ist Sport Leben.» Sie liebe es, für Mexiko anzutreten. «Ich repräsentiere ein wunderschönes Land, das nicht unbedingt für Wintersport bekannt ist.» Sie wolle dazu beitragen, dass mehr Mexikaner ihre Freude am Schnee entdecken. So wie einst bei ihrem Sohn.

