Bei Werder Bremen stehen die Verantwortlichen vor dem Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach stark unter Druck. Nach neun Bundesliga-Spielen ohne Sieg geht es nicht nur um die Zukunft von Trainer Horst Steffen. Anhänger des viermaligen deutschen Meisters haben eine Internet-Petition mit dem Ziel gestartet, den Sportgeschäftsführer Clemens Fritz zu stürzen.
Die Aktion mit der Überschrift «Genug ist Genug!» hat bis zum späten Freitagabend rund 3.600 Unterstützer gefunden. Ziel ist die Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung mit nur einem Tagesordnungs-Punkt: «Bewertung der Amtsführung von C. Fritz».
«Es ist bei sportlichem Misserfolg auch in der Vergangenheit so gewesen, dass sich in der Mitgliedschaft Frust und Sorgen erhöhen. Das nehmen wir sehr ernst. Wir haben auch die Petition zur Kenntnis genommen», sagte der Werder-Präsident und -Aufsichtsratsvorsitzende Hubertus Hess-Grunewald dem Portal «Deichstube».
Aufsichtsratschef stärkt Fritz
Allerdings schränkte der 65-jährige Rechtsanwalt ein: Selbst wenn eine satzungsgemäß nötige Anzahl von rund 7.000 Mitglieder-Unterschriften, was ein Zehntel der Mitgliederzahl entspricht, zusammenkäme, würde das nicht automatisch die Einberufung einer Versammlung bedeuten.
«Ein solcher Antrag müsste dann geprüft werden, bevor die organisatorischen Vorbereitungen einer Mitgliederversammlung getroffen würden», sagte Hess-Grunewald, denn: «Eine außerordentlich einberufene Mitgliederversammlung könnte eine Diskussion führen, aber nichts Weiteres beschließen.»
Den früheren Nationalspieler und langjährigen Werder-Profi Fritz werfen viele Fans eine verfehlte Transferpolitik vor. Hess-Grunewald stellt sich jedoch vor den Sportchef. «Der Aufsichtsrat geht den seit Sommer von der Geschäftsführung eingeschlagenen neuen Kurs vollumfänglich mit und begleitet diesen Prozess kritisch-konstruktiv», sagte er. «Wir nehmen die aktuelle Situation sehr ernst, trauen Clemens aber zu, als verantwortlicher Geschäftsführer die richtigen Entscheidungen zu treffen.»

