Auf ihrem absoluten Lieblingsplatz ist die Weltranglisten-Erste Aryna Sabalenka nur noch einen Sieg von ihrem insgesamt fünften Grand-Slam-Titel entfernt. Die 27-Jährige aus Belarus setzte sich in Melbourne im Halbfinale gegen die Ukrainerin Jelina Switolina mit 6:2, 6:3 durch und steht damit beim ersten Grand-Slam-Turnier der Tennis-Saison zum vierten Mal in Serie im Endspiel.
Im Endspiel trifft Sabalenka am Samstag (9.30 Uhr/Eurosport) auf Jelena Rybakina aus Kasachstan. Die 26-Jährige gewann ihr Halbfinale gegen Jessica Pegula aus den USA mit 6:3, 7:6 (9:7). Damit kommt es zu einer Neuauflage des Endspiels von 2023. Vor drei Jahren hatte sich Sabalenka in drei Sätzen durchgesetzt. «Es war ein großer Kampf damals. Am Ende war sie ein bisschen besser», sagte Rybakina. «Ich will das Finale am Samstag einfach genießen. Hoffentlich schlage ich besser auf.»
Sabalenka auf den Spuren von Hingis
Einen guten Aufschlag und ein perfektes Spiel wird sie brauchen, wenn sie gegen eine Sabalenka in Topform eine Chance haben will. «Dass ich hier immer noch ohne Satzverlust bin, ist einfach unglaublich», sagte Sabalenka nach ihrer Tennis-Gala gegen Switolina und ergänzte mit Blick auf das Endspiel am Samstag: «Aber der Job ist noch nicht beendet.»
Sabalenka hatte die Australian Open 2023 und 2024 gewonnen. Im vergangenen Jahr musste sie sich überraschend im Finale der Amerikanerin Madison Keys geschlagen geben. Vier Melbourne-Endspiele in Serie hatte zuletzt die Schweizerin Martina Hingis (1999 bis 2002) geschafft.
«Ich liebe es einfach, in Melbourne zu sein», sagte Sabalenka nach ihrer erneut eindrucksvoll dominanten Vorstellung. «Ich liebe diesen Platz, ich liebe die Stadt und die Menschen hier», sagte die derzeit mit Abstand beste Spielerin der Welt. Gegen Switolina verwandelte Sabalenka in der Rod Laver Arena nach nur 76 Minuten ihren ersten Matchball.
Sabalenka und Switolina zuvor beide ohne Niederlage
Sabalenka und Switolina hatten vor ihrem Halbfinal-Duell in diesem Jahr jeweils noch kein Spiel verloren. Sabalenka hatte im Vorfeld der Australian Open das WTA-Turnier in Brisbane gewonnen, Switolina triumphierte in Adelaide. Beide waren in Melbourne zudem auf ihrem Weg ins Halbfinale ohne Satzverlust geblieben.
Doch im dieses Mal etwas kühleren Melbourne dominierte Sabalenka das Geschehen in beeindruckender Art und Weise. Switolina spielte nicht schlecht und stand dennoch auf verlorenem Posten. Nach nur 41 Minuten holte sich Sabalenka den ersten Satz – zu diesem Zeitpunkt hatte die Nummer eins der Welt bereits 18 Winner geschlagen.
Nur kurze Hoffnung auf Spannung
Zu Beginn des zweiten Durchgangs kam unter den Zuschauern in der Rod Laver Arena doch noch einmal die Hoffnung auf ein bisschen Spannung auf. Switolina gelang ein frühes Break, die Ukrainerin ging mit 2:0 in Führung. Doch Sabalenka fand sofort wieder zu alter Stärke zurück und gewann fünf Spiele in Serie.
«Sie war heute on fire», sagte Switolina nach der Niederlage. «Ich finde, mein Level war auch gut, aber gegen die Nummer eins der Welt, wenn sie so spielt, ist es extrem schwer», sagte die dieses Mal chancenlose Urkainerin. Dennoch wird die 31-Jährige wieder in die Top Ten zurückkehren – und das zwei Jahre nach der Geburt ihrer Tochter.

