Mit Starpower zum Aufstieg? Edin Dzekos spektakuläres Deutschland-Comeback soll dem FC Schalke 04 den entscheidenden Schub zur Rückkehr in die Bundesliga geben. Der mittlerweile 39-Jährige, der 2009 deutscher Meister mit dem VfL Wolfsburg und 2010 Torschützenkönig war, ist der spektakulärste Schalke-Transfer seit vielen Jahren.
Zu Champions-League-Zeiten holten die Gelsenkirchener einst Real-Madrid-Legende Raúl und den niederländischen Ausnahme-Angreifer Klaas-Jan Huntelaar ins Ruhrgebiet. Nun sorgt Dzeko für einen zwar nicht ganz so großen Hype, aber dennoch für mit großen Hoffnungen verbundenen Gesprächsstoff rund um die Veltins-Arena. Er hat auf Schalke einen Vertrag bis zum Saisonende unterschrieben und erhält die prestigeträchtige Rückennummer 10.
«Edin hat uns nach der ersten Kontaktaufnahme sehr schnell und klar kommuniziert, dass er richtig Lust auf Schalke hat. Mit ihm verpflichten wir einen Angreifer, der in seiner Karriere auf dem höchsten Niveau gespielt hat», sagte Schalkes Direktor Profifußball Youri Mulder. «Neben der Erfahrung als Führungsspieler wird unsere Mannschaft von Edins Qualitäten als Zielspieler und Torjäger profitieren.»
Selfies am Flughafen
Schon bei der Ankunft am Flughafen in Düsseldorf hieß es für Dzeko Selfies machen und Autogramme schreiben. Kann er die großen Erwartungen erfüllen? Wie gut ist der Torjäger noch, der mal zu Europas Spitzenklasse zählte?
Bei der AC Florenz kam der Hüne zuletzt kaum noch zum Zuge. In der Serie A spielte Dzeko in dieser Saison elfmal, davon neunmal als Joker. Ein Tor gelang ihm dabei nicht. In der bosnischen Nationalmannschaft ist er dagegen nach wie vor Stammspieler und Leistungsträger, will mit seinem Heimatland über die Playoffs zur WM.
Vor seinem Wechsel nach Florenz im vergangenen Sommer zeigte Dzeko bei allen wichtigen Stationen seiner langen Karriere seine Klasse. Ob in Wolfsburg, danach in England bei Manchester City, in Italien bei der AS Rom und Inter Mailand oder in der Türkei bei Fenerbahce Istanbul: Wo Dzeko war, waren Tore quasi garantiert. In der 2. Liga will er nun auf niedrigerem Niveau zurück zu alter Stärke finden.
Schalke kann Torjäger gebrauchen
Die Idee, mit einem Topstürmer die womöglich entscheidenden Schritte zum ersehnten Aufstieg zu gehen, ist aus Schalker Sicht naheliegend. Die Defensive der Gelsenkirchener ist top. Erst zehn Gegentreffer kassierte der Revierclub. Vorne hapert es aber noch.
22 Tore nach 18 Spielen ist nicht der Wert eines Aufsteigers. Nur Hertha BSC, Fortuna Düsseldorf und Eintracht Braunschweig haben in der 2. Liga seltener getroffen. Bester Schalker Torschütze ist Kapitän Kenan Karaman mit sechs Toren – davon vier Elfmeter.
Dzeko trifft auf Landsmänner
Am Transfer Dzekos hat auch Trainer Miron Muslic entscheidenden Anteil. Der bosnisch-stämmige Coach, der aus einem Krisenteam einen Aufstiegsanwärter geformt hat, hat einen sehr guten Draht zu Dzeko. In Abwehrchef Nikola Katic trifft Dzeko bei seinem neuen Club zudem auf einen weiteren Landsmann.
«Ich habe mich seit dem ersten Interesse sehr intensiv mit Schalke beschäftigt und mir einige Spiele angeschaut. Die Gespräche mit den Verantwortlichen, Miron Muslic als Trainer und unter anderem natürlich Nikola Katic waren sehr gut», sagte Dzeko. «Es ist sehr beeindruckend, wie sich die Mannschaft nach schwierigen Jahren in dieser Saison entwickelt hat. Ich möchte jetzt alles dafür geben, damit wir als Team auch in der Rückrunde erfolgreich sind.»

