Eine schwerwiegende Verletzung hat den Sieg von Holstein Kiel in der 2. Fußball-Bundesliga gegen den SC Paderborn überschattet. Bei einer Flanke nach etwa 88 Minuten kam Paderborns Calvin Brackelmann in einem Luftduell mit dem Nacken denkbar unglücklich auf dem Boden auf und blieb benommen liegen.
Der 26-Jährige wurde etwa zehn Minuten von medizinischen Kräften und abgeschirmt von seinen Kollegen behandelt. Stille machte sich im Stadion breit, ehe der Spieler unter Beifall aus dem Stadion abtransportiert wurde.
Kettemann: Hoffen, dass es vielleicht nur Gehirnerschütterung ist
«Wir hoffen einfach, dass es vielleicht nur eine Gehirnerschütterung ist. Er war auf jeden Fall dann bei Bewusstsein, war kurz weg», sagte Paderborns Trainer Ralf Kettemann bei der Pressekonferenz und bekräftigte, dass er keine genaueren Informationen habe.
Gegen Abend meldete sich der SC Paderborn bei Instagram mit einem vorsichtig optimistischen Update: «Teil-Entwarnung: Calvin hat das Uniklinikum Kiel nach einem CT verlassen und wird am Sonntag noch nach Paderborn zurückkehren können. Am Montag folgen weitere Untersuchungen», hieß es in einem Beitrag.
Der Vorfall drückte auch auf die Stimmung der Kieler, die mit den Neuzugängen Jonas Meffert und Leihgabe Umut Tohumcu und dem glanzlosen 2:0 (1:0) gegen Top-Club Paderborn in die Rückrunde starteten. Steven Skrzybski (19. Minute) und Lasse Rosenboom (67.) erzielten die Treffer.
Nach einer zwischenzeitlichen Durststrecke ist der Kieler Bundesliga-Absteiger mittlerweile seit vier Spielen ungeschlagen und hat dabei acht Punkte gesammelt. Paderborn verpasste es, wieder zu den aktuell drei besten Teams in der Tabelle zu gehören.
Paderborner mit mehr Spielanteilen
Eigentlich war der SCP in der Anfangsphase die aktivere Mannschaft. Doch die Gastgeber gingen nach guter Kombination in Führung. Phil Harres lenkte den Ball nach einer Flanke per Kopf auf Skrzybski, der ebenfalls per Kopf die Führung erzielte.
Die Ostwestfalen besaßen zwar mehr Spielanteile, doch der knapp fünf Minuten zuvor eingewechselte Rosenboom profitierte von einem abgefälschten Schuss im Strafraum und sorgte für die ausgebaute Führung.
Der vermeintliche Anschlusstreffer etwa 15 Minuten vor Schlusspfiff durch Sebastian Klaas nach einem haarsträubenden Abwehrfehler zählte nicht. Offenbar, weil beim vorausgegangenen Abstoß bereits ein Paderborner verbotenerweise den Strafraum betreten hatte.

