Der frühere Fußball-Bundestrainer Joachim Löw hat seine Besorgnis über die sozialen Bedingungen in Deutschland zum Ausdruck gebracht. Bei einer Hilfsaktion in der Stuttgarter Vesperkirche äußerte der Weltmeister-Coach von 2014, dass es ihm Freude bereitet habe, Mittagessen auszugeben. Dennoch sei es für ihn auch belastend, die hohe Anzahl der Menschen, die an der Armutsgrenze leben, zu sehen, was ihn zum Nachdenken anregt.
Der 65-jährige Löw war als Kuratoriumsmitglied der Stiftung des VfB Stuttgart bei dem Besuch der Vesperkirche anwesend. Der Bundesligist, mit dem Löw 1997 DFB-Pokalsieger wurde, ist seit einem Jahrzehnt regelmäßig in der Vesperkirche aktiv. Löw betonte, dass der VfB sich seiner sozialen Verantwortung bewusst sei.
In der Leonhardskirche in der Innenstadt werden seit dem 19. Januar bis zum 8. März täglich rund 700 Mahlzeiten an bedürftige Menschen ausgegeben. Darüber hinaus erhalten die Besucher medizinische Hilfe und Friseurdienstleistungen.
Fabian Wohlgemuth, Sportvorstand des VfB, sprach von einem Eintauchen in die Realität von Schicksalsschlägen und Armut. Er merkte an, dass ein solcher Besuch hilft, die eigene Realität im Kontext des profitablen Profifußballs besser zu verstehen. Wohlgemuth wies darauf hin, dass die soziale und wirtschaftliche Kluft im Land zunehmend größer wird, und dass es wichtig sei, dies auch „aus unserer Blase heraus“ zu betrachten.
Unter den Teilnehmern der Aktion waren auch Trainer Sebastian Hoeneß, Vorstandschef Alexander Wehrle, Interimspräsident Dietmar Allgaier sowie die Nationalspieler Deniz Undav und Angelo Stiller. Der Verein übergab zudem einen Spendencheck über 50.000 Euro, der bei verschiedenen Gelegenheiten gesammelt worden war.
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